Glückspilz

Ja, die Tage werden allmählich kürzer. Und ja, die Temperaturen sinken langsam aber stetig und die ein oder andere Pflanze geht in den Standbymodus über. Aber man sollte keineswegs traurig darüber sein, dass der Sommer sich dem Ende neigt, denn jede Jahreszeit hat seine Vor- und Nachteile. Auch der Herbst ist eine wunderschöne Jahreszeit. Bevor das Laub fällt wird alles bunt und besonders schön ist, dass die Pilzsaison in vollem Gang ist. Doch wo findet man die Leckerbissen am besten?

Dieses Jahr war ein sehr feuchtes Jahr. Die ständigen Regenschauer haben beste Bedingungen für das Wachstum der Pilze geschaffen. Routinierte Pilzsammler kennen die besten Orte, doch diese schützen sie wie einen Schatz und so bleibt es ihr gut behütetes Geheimnis. Nichtsdestotrotz gibt es ein paar Tricks und Tipps, die einem die Suche etwas erleichtern. Eigentlich wachsen Pilze überall, auf Wiesen, in Laub-, Nadel-, und Mischwäldern und auf Bäumen. Kennt man sich aber noch nicht so gut aus, wird man sich vermutlich beispielsweise auf Röhrlinge beschränken. Die findet man vor allem auf Waldböden. Wichtig ist hierbei, dass der Boden nicht allzu stark bewachsen ist. Der Boden darf nicht zu trocken sein. Am besten stehen die Chancen auf Moosgrund, der wie ein Schwamm funktioniert.

Findet man dann einen Pilz, ist es sinnvoll in der näheren Umgebung nach weiteren Exemplaren Ausschau zu halten. Die Myzel der Pilze, also das Wurzelwerk, bildet oftmals mehrere Fruchtkörper. Auch nach mehreren Tagen kann man an die Stelle zurückkehren und hat vielleicht das Glück, dass ein paar neue Pilze gewachsen sind.

Eine große Streitfrage das Pilzsammeln betreffend ist: abschneiden oder rausdrehen? Da scheiden sich die Geister. Die einen sagen, dass Abschneiden der bessere Weg wäre, weil ein Herausreißen der Frucht dazu führen würde, dass an dieser Stelle in den folgenden Jahren keine Pilze mehr wachsen werden. Andere wiederum sind davon überzeugt, dass gerade das Abschneiden dazu führt, dass der Pilz stirbt, weil durch die offene Stelle, also den Pilzstumpf, die Myzel austrocknet. Die Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft in der Schweiz hat dazu ein Langzeitexperiment durchgeführt. Seit 1975 haben sie abgesteckte Waldbereiche verschieden behandelt. In einem Bereich wurde die Pilze abgeschnitten, in dem anderen herausgedreht und in wieder einem anderen Bereich wurden gar keine Pilze gesammelt. Sie Studie zeigte, dass sich auch nach 40 Jahren keine Unterschiede in den verschiedenen Arealen ausmachen ließen. Es scheint keinen Unterschied zu machen, wie man die Pilze sammelt, ja nicht einmal, dass Pilze gesammelt werden.

Wichtig beim Sammeln ist definitiv, dass man sich etwas auskennt. Man kann kaum pauschal sagen, worauf man achten muss, um keinen giftigen Pilz zu erwischen.

Die letzten Worte des Pilzessers: “Diese Sorte hatte ich noch nicht.“ Um nicht so zu enden, ist es ratsam ein gutes fachliches Pilzbuch dabei zu haben, um an Ort zu Stelle die Art zu bestimmen. Im Prinzip sind alle Pilze essbar, aber nur manche öfter.

Informationen

  • Text: Josephine Petzold
  • Foto: Josephine Petzold
  • Datum: 19. September 2017
  • Kategorie: Ratgeber