Die richtigen Glaubenssätze finden

Jeder kennt das: Man nimmt sich etwas vor, malt es sich aus, webt sich seine Vorstellungen und Gedanken um diese eine Sache, fühlt sich gut dabei und dann setzt man es aus unerfindlichen Gründen aber dennoch nicht in die Tat um. Ein gutes Beispiel hierfür ist, besonders in Anbetracht des näher rückenden Neujahrs und den damit verbundenen guten Vorsätzen „Ich möchte gerne fünf Kilogramm abnehmen.“ oder „Im nächsten Jahr möchte ich mir mehr Zeit für Freunde und Familie nehmen und weniger arbeiten.“ Diese lang gehegten Wünsche und die damit verbundenen Vorstellungen, die einem ein positives Gefühl vermitteln, scheitern aber häufig an der Umsetzung.

Wenn es uns doch aber ein sehnlichster Wunsch ist, warum fällt es dann manchmal so schwer das angestrebte Vorhaben Realität werden zu lassen? An dieser Stelle sollten wir in Zukunft vielleicht wachsamer werden, denn hinter den Gründen des Nicht-Gelingens stecken häufig die falschen Glaubenssätze.

Unter einem Glaubenssatz ist in diesem Zusammenhang nicht der religiöse Bezug gemeint, sondern im wahrsten Sinne des Wortes, die wenigen Sätze, an die wir glauben und die unser inneres Weltbild formen.

Man könnte als Synonym hier auch die Begriffe Überzeugung oder Einstellung nennen. Ein guter Vergleich ist hierbei zum Beispiel, dass genauso wie eine bestimmte Einstellung an unserer Waschmaschine dafür sorgt, dass unsere Wäsche auf eine programmierte Art und Weise und für einen abgesteckten Zeitraum durchgespült, gewaschen und geschleudert wird, unsere Glaubenssätze auch bestimmte Verhaltensmuster in gewissen Situationen bei uns bewirken. Mit unserem Gefühl der Überzeugung geben wir unseren Glaubenssätzen eine starke Bedeutung und Wirkmacht. Sie sind also stark mit unserem Denken und Fühlen verbunden und können somit, durch verschiedenste Reize aktiviert, in uns wirken. Um auf die zuvor genannten Beispiele zurückzukommen könnte zwischen dem Wunsch und der letztendlichen Durchsetzung des Vorhabens fünf Kilo abzunehmen ein Glaubenssatz stehen wie „Du nimmst das doch eh hinterher wieder zu.“ oder zwischen dem Wunsch und der Umsetzung sich mehr Zeit für seine Familie und Freunde zu nehmen und etwas weniger zu arbeiten, könnte ein Glaubenssatz stehen wie „Die Arbeit ist wichtiger, als Freizeitbeschäftigungen. Nur, wer am Limit arbeitet, wird es im Leben auch zu etwas bringen oder ist in dieser Gesellschaft etwas wert.“

Natürlich helfen uns unsere Glaubenssätze uns selbst in der Welt zu positionieren und uns frei darin zu bewegen, innerhalb unseres Weltbildes eben. Das ist auch evolutionsbiologisch richtig und wichtig, da wir nicht jeden Tag aufs neue alles einmal bis ins allerkleinste Detail neu einordnen und strukturieren müssen. Die falschen Glaubenssätze können jedoch dazu führen, dass wir uns selbst im Weg stehen und uns somit daran hindern unser Leben sich auf die Art und Weise entwickeln zu lassen, wie wir es uns vorstellen. Demnach wird also deutlich, dass es von Zeit zu Zeit von großer Relevanz ist, die eigenen Glaubenssätze zu beobachten, zu hinterfragen und zu überprüfen, ob sie so (noch) zutreffen. Im Grunde genommen gilt dabei der Leitsatz: „Was sich für mich gut anfühlt und dafür sorgt, mir mein Leben so zu gestalten, wie es mir gut tut, ist richtig für mich.“ 

Informationen

  • Text: Marlene Meissner
  • Foto: Marlene Meissner
  • Datum: 12. Dezember 2017
  • Kategorie: Ratgeber