Ich bin richtig. - Die Ausstellung für Chancengerechtigkeit im Bonner Stadthaus

Selbst in der heutigen Zeit gehört Diskriminierung für viele Menschen zum Alltag. Egal ob bei der Wohnungs- und Jobsuche, in Schule oder Uni oder bei Behördengängen. Um das Bewusstsein der Öffentlichkeit gegenüber Diskriminierungen zu schärfen, hat das Netzwerk Antidiskriminierungsarbeit Bonn die Wanderausstellung "Ich bin richtig" ins Leben gerufen.

Menschen sind behindert. Dieser Satz fällt einem sofort ins Auge, wenn man das Foyer des Bonner Stadthauses betritt. Erst bei näherem Hinsehen, fällt auf, dass hinter dem "sind" ein Sternchen steht, dass auf das klein geschriebene Wort "werden" verweist.

Solche und ähnliche Plakatmotive sind in der neuen Wanderausstellung "Ich bin richtig" zu sehen. Die Plakate, die sich alle mit den unterschiedlichen Facetten der Diskriminierung beschäftigen, wurden von den Studierenden des Instituts für philosophische und ästhetische Bildung der Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft angefertigt. Hierfür kooperierte man mit dem Netzwerk Antidiskriminierungsarbeit.

Eine fachkundige Jury wählte die geeignetsten Motive für eine öffentlichkeitswirksame Kampagne mit Plakaten und Postkarten aus. Auf dem Plakat der Gewinnerin Dheri Alvarez Lukic sind mehrere Brillengestelle abgebildet. In ihnen sind unter anderem: Schubladen, Mauern und Fragezeichen. Sie wünscht den Betrachtenden Mut, Neugier und die Fähigkeit mit den eigenen Erwartungen spielen zu können.  Andere Motive zeigen beispielsweise die oben genannte Phrase "Menschen sind behindert" oder den Slogan "FCK WHOEVER YOU WANT" als Anspielung auf LGBT+ Diskriminierung. Außerdem gibt es verschiedene Collagen (beispielsweise aus Zeitungsartikeln, die sich alle mit dem Thema Flucht auseinandergesetzt haben), oder ein Nutellaglas. Ja richtig gelesen. DAS Nutella ist auch teil der Ausstellung. Anhand des Aufstrichs, um dessen Artikel es immer wieder Streitigkeiten gab, wird auf Trans*phobie und Genderhass aufmerksam gemacht.

Im 2016 gegründeten Netzwerk Antidiskriminierungsarbeit engagieren sich 29 Bonner Organisationen, Projekte und Initiativen (sowohl haupt- als auch ehrenamtlich) mit dem Ziel die Antidiskriminierungsarbeit in Bonn zu stärken und auszubauen.

Die Ausstellung wird an noch zwei Orten in Bonn zu sehen sein:

In der Bezirksbibliothek Bad Godesberg in der Moltkestraße 2-8 noch bis Samstag, 27. Oktober. Dienstag bis Freitag von 11 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr, sowie Samstag von 10 bis 13 Uhr. Und im Vielinbusch – Bildungs- und Familienzentrum in der Oppelner Straße 130 von Donnerstag, 8. bis Freitag, 30. November.

Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Samstag von 12 bis 18 Uhr. Dieser Teil der Ausstellung wird mit dem Comedian Sertac Mutlu am 8. November um 18:30 Uhr eröffnet.

Mein Fazit:

Im ersten Moment war ich ehrlich gesagt enttäuscht. Ich hatte mir mehr erhofft als eine Reihe von Stellwänden. Wer aber einen genaueren Blick wagt und sich mit den Motiven auseinandersetzt, dem verspreche ich, dass sich die anfängliche Enttäuschung in Faszination umwandeln wird. "Ich bin richtig" ist eine Ausstellung, die man sich nicht entgehen lassen sollte!

Informationen

  • Text: Martin Briel
  • Foto: Martin Briel
  • Datum: 11. Oktober 2018
  • Kategorie: Stadt Soziales Bildung