Tierschutz im Siebengebirge

Wenn in Deutschland die Temperaturen sinken und die ersten Blätter von den Bäumen fallen, verabschieden sich die in der Bundesrepublik ansässigen Zugvogelarten und machen sich auf den Weg in den warmen Süden. Dort werden sie überwintern und im Frühjahr, wenn die Temperaturen in der nördlichen Hemisphäre wieder steigen, zurück in den Norden fliegen.

Während Kuckuck, Mauersegler und Graureiher der Kälte entfliehen, müssen heimische Vogelarten, wie die Amsel, die Drossel oder der Fink, den Winter in Deutschland verbringen. Um heimischen Vogelarten die Überwinterung auch bei eisigen Temperaturen zu erleichtern, findet seit 15 Jahren jeweils im Frühling und im Herbst ein Nistkasten- und Futterhäuschenbau statt. Diese Aktion wird durch den Tier-, Natur- und Artenschutz Siebengebirge e.V. organisiert. In den Vorteilcentern in Asbach und in Unkel, können Kinder mit der Hilfe von Tierschützern einen Nistkasten oder ein Futterhäuschen bauen, welches anschließend im Garten aufgestellt werden kann. Damit für die Vögel dann auch das richtige Futter bereit steht, werden reichliche Informationen über die artgerechte Fütterung von Wildvögeln bereitgestellt. Diese Hilfe ist für die Singvögel äußerst wichtig. Für Spatzen, die zu den Höhlenbrütern gehören, sind die Nistkästen sehr hilfreich, da sie immer weniger natürliche Höhlen zum Brüten finden. Außerdem wird das Nahrungsangebot im Winter stets knapper, weshalb eine Zufütterung durch die Futterhäuschen für viele Vögel überlebenswichtig sein kann. Der Tierschutzverein, der sich durch Spenden und Mitgliederbeiträge finanziert, kümmert sich aber nicht nur um die Wildvögel im Siebengebirge. Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen, Pferde und auch Exoten, wie zum Beispiel sämtliche Reptilien, können hier auf Hilfe hoffen.

Der Verein besteht seit 1985 und zählt mittlerweile rund 500 Mitglieder. Gearbeitet wird mit ehrenamtlichen Pflegestellen. Diese nehmen zum Beispiel ausgesetzte oder verwahrloste Hunde und Katzen auf und kümmern sich um die Tiere bis zur Vermittlung. Außerdem pflegt der Tierschutzverein eine Partnerschaft mit dem rumänischen Botosani Tierheim. Von dort werden regelmäßig Hunde nach Deutschland überführt, die dann hier über die Pflegestellen an ihre neuen Besitzer weitervermittelt werden. Den Hunden, die in Rumänien in Sammelzwingern gelebt haben, wird nun Dank dem Tierschutzverein eine gute und sichere Zukunft geschenkt. Damit die Vierbeiner in Deutschland auch wirklich ihre passende Familie finden, wird vor der Vermittlung alles genauestens überprüft. Interessenten eines Tieres nehmen zunächst telefonisch Kontakt mit der Pflegestelle auf. Nach Terminvereinbarung findet ein erstes „Beschnuppern“ zwischen dem Tierliebhaber und dem und potentiellen neuen vierbeinigen Familienmitglied statt. Stimmt der erste Eindruck, wird das zukünftige Heim des Schützlings von der Pflegestelle überprüft. Fällt auch dies positiv aus und es entstehen nach einer kurzen Bedenkzeit keine Zweifel mehr, wird das Tier von der Pflegestelle in sein neues Zuhause gebracht. Anschließend bleiben die neuen Besitzer noch einige Zeit mit der ehemaligen Pflegestelle in Kontakt, um unter anderem bei eventuell auftretenden Problemen hilfeleistend zur Seite zu sein.

Im Allgemeinen kann jeder beim Tierschutz Siebengebirge Mitglied werden und somit den Verein aktiv oder finanziell unterstützen. Auf der Internetseite (www.tierschutz-siebengebirge.de) können sich Interessierte über die bevorstehenden Veranstaltungen und Aktionen informieren, weitere Details über den Verein erhalten oder die aktuell zu vermittelnden Tiere kennenlernen. Zuletzt sollte sich jedoch Jeder im Klaren darüber sein, dass ein Haustier viel Zeit und Arbeit in Anspruch nimmt und eine Anschaffung daher gut überlegt sein muss.

Informationen

  • Text: Rebecca Simo
  • Foto: Rebecca Simo
  • Datum: 02. Dezember 2018
  • Kategorie: Soziales