Angst. Eine deutsche Gefühlslage?

Die aktuelle Wanderausstellung im Haus der Geschichte hat das folgende Thema: „Angst. Eine deutsche Gefühlslage?“. Es geht um kollektive Ängste anhand von vier Themen: Zuwanderung und Flüchtlingskrise, Atomkrieg, Umweltzerstörung, Überwachung und Datenschutz. Die Ausstellung zeigt die Reaktion der Menschen auf solche Themen und die Beeinflussung der Medien

Das erste Thema zeigt die Angst vor der Zuwanderung und Flüchtlingskrise. Seit 2015 sind immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Die Willkommenskultur steht der Protest der Überfremdung und der Überforderung des Landes gegenüber. Die Gewalttaten in der Kölner Silvesternacht 2015 haben die Situation weiter verschärft. Die Medien haben die Angst weiterverbreitet und die Spannung steigerte mit dieser Nacht.

Das zweite Thema stellt die Angst um den Atomkrieg während des Kalten Krieges dar. Es werden die politischen Debatten in den Jahren 1957/58 sowie von 1979 bis 1983 gezeigt. Hunderttausende Menschen demonstrierten in der „Kampf dem Atomtod“-Bewegung.

Das dritte Thema zeigt die Angst vor dem Waldsterben in den 80er Jahren. Wenn die Bäume sterben, wird das menschliche Leben auch bedroht. Zehntausende Menschen gingen auf die Straße und sie forderten Maßnahmen zur Rettung der Wälder. Dieses Thema wurde auch in der Politik diskutiert und es wurden umweltpolitische Maßnahmen eingeführt. Dieses Thema ist auch mit der Katastrophe 1986 in Tschernobyl verbunden. Eine radioaktive Wolke trieb von der Sowjetunion aus nach Westeuropa. Die Menschen hatten Angst vor Strahlen und vor einer Kontaminierung des Bodens und der Lebensmitteln. In der alten Bundesrepublik wurde das Umweltministerium gegründet. In der DDR gaben die Medien und die SED keine Informationen über diese Katastrophe und dies löste weitere Ängste aus.

Das vierte Thema wird durch die Volkszählung in den 80er Jahren dargestellt. Viele Menschen hatten Angst um ihre Privatsphäre. Dieses Thema ist mit dem Datenschutz verbunden. 2009 fotografierte Google mit Kameras Gebäude, Gärten, Straßen, usw. Die Menschen fürchteten, die Kontrolle über ihre Daten und Privatleben zu verlieren.

Am Ende der Ausstellung ist jeder Besucher eingeladen, auf diese Frage zu antworten: Was glauben Sie, wovor werden wir 2030 Angst haben? Digitalisierung, Krieg, Terrorismus, demografischer Wandel, Klimawandel, künstliche Intelligenz, politischer Extremismus, Migration.

Es ist eine sehr interessante Frage, die die Gelegenheit gibt, nicht nur über solche Themen nachzudenken, sondern auch über uns selbst und unsere Gesellschaft. Ich habe Angst vor der künstlichen Intelligenz: wenn die Technologie alles machen kann, brauchen wir nichts mehr zu machen; wir würden nur ein passives Leben führen. Ich finde es sehr gefährlich, aber es ist meine Meinung. Jetzt seid ihr dran, die Ausstellung zu besuchen und eure Antwort zu geben. Öffnungszeiten des Museums sind die folgenden: Dienstag bis Freitag von  9 bis 19 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Informationen

  • Text: Valentina de Cotiis
  • Foto: Valentina de Cotiis
  • Datum: 24. Dezember 2018
  • Kategorie: Stadt Bildung Kultur Ratgeber