Die Königsklasse des Motorsports geht in ein neues Jahr!

Am 17. März ist war es wieder soweit: Die Formel 1 startete in ihre 70. Saison! In 21 Rennen kämpfen die 20 besten Fahrer der Welt um die WM. Mit dabei sind wieder alte Klassiker, aber auch neue Fahrer und Teams. Schauen wir uns mal an, was neu in der Saison 2019 sein wird und wie die ersten Rennen ausgingen!

1. RIP Charlie Whiting

Die Saison begann mit einem Schock: Vor dem ersten Rennen in Australien, wurde die traurige Nachricht übermittelt, dass der langjährige und auch bei allen Fahrern hochgeschätzte Renndirektor Charlie Whiting im Alter von nur 66 Jahren gestorben ist. Alle Teams trugen ihn auf ihrem Auto durch das Rennen, um ihn ein letztes Mal dort zu verabschieden, wo er zu Hause war: An der Rennstrecke...


2. Der WM-Kampf

Dennoch wird die Saison weitergehen und auch die WM ist wieder offen:
Wie auch in der letzten Saison wird sich die WM wohl zwischen Mercedes und Ferrari entscheiden. Lewis Hamilton möchte seinen 6. WM-Titel holen und auch Mercedes will seinen 6. Konstrukteurstitel eintüten. Dabei stehen ihnen die springenden Pferde aus Maranello aber im Wege:

Ferrari ist in diesem Jahr so stark wie lang nicht mehr. Dazu kommt noch, dass Sebastian Vettel einen neuen Teamkollegen bekommt. Zwar war Kimi Räikkönen in den letzten Jahren kein schlechter Fahrer, dennoch war er die klare Nummer 2 und nur Vettel's Helfer. Zudem erlang das italienische Team einen ganz besonderen Coup: Mick Schumacher darf bei dem Rennstall, mit dem sein Vater Michael 5 Mal Weltmeister wurde, als Testfahrer ran. Vor paar Tagen gab er sein Debüt im roten Flitzer und überzeugte alle davon, dass er wie sein Vater Benzin im Blut hat.

Aber vom Testfahrer wieder zurück zum Titelkampf:

Mit dem Monegassen Charles Leclerc bekommt Vettel einen jungen und vor allem schnellen Teamkollegen, welcher im letzten Jahr bei Sauber und auch in der Formel 2 schon sein Potenzial zeigte. 2017 zeigte Leclerc in der Formel 2-Saison, die er auch gewann, in Bahrain seinen ganzen Speed, in dem er in einem Sprintrennen einen ungewöhnlichen Boxenstopp machte, dennoch von Platz 14 in 7 Runden das ganze Feld hinter sich lies und noch gewann!

Auch in der Formel 1 konnte er schon viel Lob ernten. Bei damals noch zweitklassigen Sauber-Rennstall zeigte er beeindruckende Leistungen und machte sein Team zu einem Spitzenreiter des Mittelfeldes. Seinen Teamkollegen Marcus Ericsson deklassierte er um Längen. 2019 holte er in Bahrain seine erste F1-Pole und fuhr seinem ersten Sieg entgegen, ehe ihn in den letzten 10 Runden sein Auto im Stich ließ und die beiden Mercedes-Piloten an ihm vorbeizogen.

Durch Glück im Unglück reichte es als 3. für sein 1. Podium. Es hätte aber sein erster Sieg sein sollen, was auch Sieger Hamilton und Teamkollege Vettel so sahen. Von vielen F1-Fans bekam er Beileid, zeigte sich jedoch kämpferisch und sagte, dass sowas im Sport passiert und er deswegen nicht langsamer, sondern schneller werden wird.

Bei Mercedes ist wieder Valtteri Bottas an Hamiltons Seite. Dieser spielte, seit er Rosberg ablöste, keine größere Rolle, überraschte aber mit seinem Sieg im ersten Rennen und einem 2. Platz im zweiten, dieser war natürlich aber auch nur durch Leclerc's Pech möglich.

Bottas zeigt sich in dieser Saison bissiger, will nicht mehr nur die brave Nummer 2 sein. Beim Saisonauftakt in Australien ließ er seinen Teamkollegen Hamilton, welcher immerhin amtierender Champion ist, klar hinter sich und holte die maximale Ausbeute aus Punkten.

In der WM-Wertung ist der Finne auch vorne, dennoch mit Hamilton dicht auf seinen Fersen. Der erste Grand Prix der Saison im australischen Melbourne war nach der eher Ferrari-dominanten Testphase ein Schlag ins Gesicht für alle, welche mit einem spannenden Titelkampf gerechnet haben: Vettel wurde nur 4., Leclerc 5.

Doch in Bahrain zeigte das Ferrari-Team, dass sie noch ein Wörtchen mitzureden haben: Vorallem Charles Leclerc begeisterte alle. Sowahl die Mercedes- als auch die Ferrari-Fahrer deuteten an, dass es wohl so spannend wird, wie lange nicht mehr und Australien keine Strecke ist, auf der man sein Fazit der Saison entscheiden sollte.

In Bahrain wurde klar, dass Ferrari Weltmeister werden kann, doch das Pech wollte es in Bahrain leider nicht vollenden, wodurch wieder die Silberpfeile vorne waren.

Wenn Sebastian Vettel, oder auch Charles Leclerc, sich Weltmeister 2019 nennen wollen, darf es nicht wie in den Saison zuvor Fehler und Pech geben, sondern, wie bei Mercedes, die konstant gute Leistung am Ende den Unterschied machen. Dann wird es ein spannender Titelkampf.

3. Starkes Mittelfeld

Aber schauen wir auf den Rest des Feldes:

Hinter den 2 WM-Kandidaten fährt wieder Red Bull. Bei ihnen hat sich vieles geändert: Zum ersten Mal in ihrer Geschichte haben sie einen anderen Motor mit Honda und kehren Renault nach 4 Titeln und langen Jahren den Rücken.

Daniel Ricciardo ist nach 5 Red Bull-Jahren zu Renault gewechselt. Der junge Franzose Pierre Gasly beerbt ihn, dennoch wird Max Verstappen die klare Nummer 1 im Team sein, was auch in den ersten 2 Rennen deutlich wurde: Gasly schaffte es 2 Mal nicht im Qualyfing unter die Top 10 zu kommen und ergatterte sich durch Ausfälle anderer 2 Punkte in Bahrain. Für ein Top-Team ist so eine Leistung zu wenig, wodurch bereits jetzt schon Gerüchte aufkommen, dass er wieder zum Tochter-Team degradiert wird.

Max Verstappen hatte einen guten Start in die Saison, Red Bull wird aber wohl wieder nur 3. sein und ab und zu gewinnen. Um Ferrari und Mercedes Konkurrenz um den Titel zu machen, ist es zu wenig.

Weiter hinten liefern sich Haas mit ihrem alten Duo Grosjean/Magnussen, Red Bull's Schwesterteam Toro Rosso mit Rookie Alex Albon und dem zurückgekehrten Daniil Kvyat und Renault mit dem Deutschen Nico Hülkenberg und eben Ricciardo, ein Duell um Platz 4 der Konstrukteurswertung.

Dabei scheinen die Haas-Boliden wohl am schnellsten zu sein. Renault enttäuscht, allein durch einen doppelten Ausfall in Bahrain ziemlich. Toro Rosso ist nach einer starken Testphase nur dezent herrausstechend, Albon ist schneller, obwohl sein Teamkollege Kvyat schon Podium-Erfahrung hat. Allerdings gefällt mir persönlich ihr Auto am besten von allen 10 Boliden.

Dahinter gibt es noch das "neue" Racing Point-Team, welches praktisch nur ein gerettetes Force India ist. Sergio Perez bleibt bei dem Team, mit Lance Stroll bekommt er aber einen neuen Teamkollegen. Deswegen gibt es aber rund um die pinken Panthers Ungläubigkeit. Esteban Ocon hätte dieses Jahr für Mercedes fahren können, fuhr letztes Jahr bei Force India und sollte dieses Jahr bei Racing Point nochmal Erfahrung sammeln um 2020 bei Mercedes um die WM zu fahren.

Doch wegen der drohenden Insolvenz rettete Stroll's Vater das Team vor dem Aus, wollte allerdings seinen Sohn wieder in der Formel 1 haben. Deswegen geht Ocon leer aus, zum Unverständnis der Fans. Stroll bringt zudem auch nicht im Ansatz die erwartete Leistung.

4. Tradition geht unter...

McLaren ist seit der Honda-Ära längst kein Top-Team mehr. Dennoch soll das traditionsreiche Team wieder zurück in den WM-Kampf. Mit Carlos Sainz, der die Legende Fernando Alonso ersetzt und dem jungen Brite Lando Norris, der Neu-Formel E-Pilot Stoffel Vandoorne ablöst, soll das 2019 gelingen. Das Papaya-Orangefarbene Auto ist schon jetzt optisch ein Sieger, hoffentlich auch die Power des Autos.

Traditionsteams im Abgrund? Da kann Williams ein Wörtchen mitreden. Letzte Saison war ein Disaster. Nur magere 7 Pünktchen holte das Team 2018. Mit neuen Fahrern soll allerdings wieder an alte Jahren angeknüpft werden.

Dabei gibt es wohl das größte Comeback der F1-Geschichte nach Niki Lauda! Robert Kubica ist wieder da! Trotz starker Behinderung durch seinen bei seinem Rallye-Unfall im Jahr 2011 zerstörten rechten Arm, kann Kubica wieder Formel 1 fahren.

Alle wichtigen Knöpfe und Schalter am Lenkrad sind nun links, der rechte Arm ist die Stütze. Kubica fährt also quasi einhändig wieder Formel 1 und kann mit der Konkurrenz mithalten.

Auch sein Teamkollege George Russell ist als Formel 2-Weltmeister 2018 kein schlechtes Kaliber. Dennoch verpasste Williams die halbe Testphase dieser Saison durch Probleme...

In Australien lagen sie mehrere Runden (!) zurück und wurden dafür schon mit zahlreichen Memes begnügt. Bahrain bestätigte diesen Eindruck und so schön das Comeback von Robert Kubica ist, er fährt auf einem hohen Niveau und dafür, angesichts seines Arms, auch ordentlich, doch dem Polen fehlt der Anschluss ans Restfeld.

Es wird wohl wieder eine katastropahle Saison...

Fehlt nur noch 1 Team: Alfa Romeo kommt ganz in die Formel 1!

Letztes Jahr waren sie noch ein Partner des Sauber-Teams, dieses Jahr übernahmen sie es ganz. Dabei bleibt das Sauber-Team dennoch größtenteils im Alfa Romeo-Team bestehen. Sauber fuhr eine fantastische Saison 2018.

2017 zählten sie noch zu den Hinterbänklern, doch auch mithilfe von Charles Leclerc konnten sie sich im Mittelfeld etablieren.

Fahrertechnisch passierte auch viel: Kimi Räikkönen kehrt mit 39 Jahren zu seinem ersten Team zurück und der Italiener Antonio Giovinazzi ersetzt Marcus Ericsson. Räikkönen und Alfa Romeo, das macht Lust auf mehr!

Und obwohl der Finne, der auch "Iceman" genannt wird, schon 39 ist, fährt er immernoch fantastische Leistungen. Giovinazzi kennt die Formel 1, fuhr 2017 für den verletzten Wehrlein 2 Rennen als Ersatz, crashte allerdings 3 Mal und auch in dieser Saison, konnte er noch keine Lorbeeren ernten.

5. Neue Strecken

Strecken selber sind keine neuen hinzugekommen. Die Saison startete in Australien, im Mai geht es zum prestigereichen Monaco GP, im Juli nach Deutschland und im November wird die Saison mit dem 21. Rennen in Abu Dhabi abgeschlossen.

2 Rennen haben wir bereits gesehen und das Rennen in Bahrain, war wie gewünscht, voller Action, Dramatik und auch Duellen, so macht Formel 1 doch Spaß!

6. Prognose

Wer Weltmeister wird ist schwer zu sagen... Ferrari ist schneller als Mercedes, auch wenn sie es nicht im Rennen in Punkte umwandeln konnten. Hamilton dennoch stark und Bottas und Leclerc kommt auch noch dazu. Sebastian Vettel sehe ich leider etwas außen vor. Hinter Räikkönen war er die klare Nummer 1, mit Leclerc hat sich das geändert.

Dahinter wird es wohl den spannendsten Mittelfeldkampf seit langem geben und Williams wird wohl leider die schlechteste Saison seiner Geschichte abschließen.

Mein WM-Tipp: Ferrari-Youngstar Charles Leclerc wird einen Überraschungstitel einfahren, auch wenn er Pech hatte und es allen zeigen, dass er nicht nur der Teamkollege eines 4-maligen Champions ist, sondern auch ein WM-Anwärter. Leclerc wird eine neue Generation einläuten, in der auch Fahrer aus der Formel 2, wie Latifi, Sette Camara, oder auch Mick Schumacher in der Formel 1 Erfolg haben werden..

Informationen

  • Text: Maximilian Dymel
  • Foto: Maximilian Dymel
  • Datum: 12. April 2019
  • Kategorie: Sport