Das Bonner Münster

Das Bonner Münster ziert schon sehr lange das Herz unserer Innenstadt, doch in letzter Zeit ist es vor lauter Gerüsten, die an der Fassade befestigt sind, schon fast nicht mehr zu sehen. Was es damit auf sich hat und was es allgemein noch alles so über die Bonner Hauptkirche zu wissen gibt, erzählt euch Dennis Lonsdorfer.

Die Bonner Münsterbasilika. Ohne sie könnten wir uns die Bonner Innenstadt nicht vorstellen.

Der höchste ihrer fünf Türme ragt direkt am nach ihr benannten Münsterplatz ganze 81 Meter in die Höhe. Sie wurde im Jahr 1248 fertig gestellt, im selben Jahr in dem der Grundstein des Kölner Doms gelegt wurde und in ihrem Glockenturm schlagen acht Glocken, von denen die schwerste ganze 3400 kg wiegt.

 

An der Stelle, an der das Bonner Münster steht, stand allerdings schon lange vorher ein, für die Kirche bedeutendes Gebäude, nämlich eine Cella Memoriae. Das ist eine spätantike Gedenkstätte, die zu Ehren des Martyriums zweier christlich-römischer Offiziere, mit den Namen Cassius und Florentius errichtet wurde. Daran sollen auch heute noch die beiden großen steinernen Köpfe erinnern, die vor der Ostseite der Kirche am Boden liegen. Diese Stätte wurde dann im laufe des elften und zwölften Jahrhunderts durch die Basilika ersetzt, die wir heute noch bewundern können.

Selbstverständlich hat das Gebäude über die Jahrhunderte viele architektonische Wandel durchgemacht und wurde unter anderem in den Weltkriegen mehrmals zerstört und wiederaufgebaut. Sogar zwei Königskrönungen hat sie miterlebt: die von König Friedrich III. von Österreich und von König Karl IV. 

 

Das Bonner Münster hat also schon eine reiche Geschichte hinter sich, daher wurde es langsam Zeit dafür, ihn wieder hübsch zu machen. Das passiert im Rahmen einer großen Generalsanierung, die im Sommer 2017 begonnen hat. Seitdem bleiben die Glocken still und die Gemeinde trifft sich in den Kirchen Sankt Remigius, der Schlosskirche und in der Stiftskirche zum Gottesdienst.

Die Kosten für die Arbeiten wurden auf rund 22,2 Millionen Euro veranschlagt und die Fertigstellung ist für Ende 2020 angesetzt worden. Nachdem schon erste Arbeiten am Gebäude abgeschlossen wurden, hat zum Anfang diesen Jahres die zweite und wichtigste Phase begonnen, in welcher Kernbohrungen in den bis zu drei Meter dicken Wänden durchgeführt werden, um die insgesamt 130 km Leitungen zu erneuern. Bei den Bohrungen im Kreuzgang wurden sogar mehrere Skelette gefunden, von denen vermutet wird, dass es sich um Stiftsangehörige handelt, die hier beigesetzt wurden.

 

Die Gerüste, welche das Gebäude momentan an allen Seiten umringen, sind Teil der Sanierung der gesamten Außenhaut inklusive Dachsanierung und verschiedenen statischen Eingriffen, damit die Kirche noch viele weitere Jahre das Bonner Stadtbild bereichern kann. Aber bis es so weit ist, werden wir uns wohl mit dem Ausblick auf das Eisenskelett anstelle des schönen Natursteins abfinden müssen, denn das wird noch bis zum endgültigen Abschluss der Arbeiten stehen bleiben. 

Informationen

  • Text: Dennis Lonsdorfer
  • Foto: Dennis Lonsdorfer
  • Datum: 26. April 2019
  • Kategorie: Stadt Kultur