Von Frau zu Frau – Mädelsflohmarkt im Brückenforum

Liebe Frauen: Platzt der Kleiderschrank aus allen Nähten, während das Portemonnaie nur gähnende Leere aufweist? Oder habt ihr ein paar Euro übrig und sucht dringend nach einem neuen Lieblingsschmuck- oder Kleidungsstück? Am Sonntag war wieder nachtkonsum Mädelsflohmarkt im Brückenforum - die Lösung, für genau diese Probleme.

Ein ganzer Flohmarkt, ausschließlich von Frauen für Frauen. Hier versteht man, dass Fehlkäufe keine Schande, sondern Teil des Lebens sind und dass Stil und Geschmack so vielfältig und nuanciert sein können, wie das Nagellackregal im Drogeriemarkt. Und auch der Schnäppchen-JagdInstinkt kommt nicht zu kurz, denn die Tische und Kleiderständer brechen unter der Last der angebotenen Ware fast zusammen. Bei manchen Ständen fällt es wirklich schwer zu glauben, dass das komplette Angebot aus nur einem Schrank kommen kann. Aber so ist das mit der Mode – es gibt immer neue Trends, denen man folgen will, und gleichzeitig hat man ja die Gewissheit, dass die alten Sachen irgendwann wieder absolut in sein werden. Und ruckzuck findet man vor lauter Das-muss-ich-unbedingt-haben nicht einmal mehr das treue alte Lieblingsteil.

Um den Schrank dann zu entlasten, kommen die Verkäuferinnen hierher. Wer sich traut, doch mal auszumisten, kann hier für seinen (ihren) Mut belohnt werden. Ab 11 € gibt es einen Tisch, für Kleiderständer zahlt man nochmal 4 € extra. Zwar sind die Verkaufspreise nach traditioneller Flohmarkt-Manier größtenteils sehr niedrig (man ist schon mit 5 € gut dabei), aber die Chancen für reichlich Umsatz sind nicht schlecht, denn der Andrang ist groß.

Von 15 bis 20 Uhr findet das Spektakel statt und kostet für Käuferinnen 3 € Eintritt. Den verschmerzt man jedoch schnell, wenn man die ersten 3 Blusen für zusammen 6 € eingesackt hat. Das gibt’s noch nicht mal bei H&M. Zwischen den Ständen drängen sich die größtenteils jungen Frauen, betrachten und feilschen, was das Zeug hält, und füllen stolz ihre Tüten. Anprobieren kann man auch in der wahrscheinlich größten Anprobe der Welt – direkt auf der Bühne! Keine Sorge, das geht ohne Publikum. Der Vorhang ist zu. Wer also etwas Nettes gefunden hat, aber größentechnisch eher unsicher ist, hat die Möglichkeit, auf Nummer sicher zu gehen.

Allerdings fällt schnell auf: Die zumeist ebenfalls jungen Verkäuferinnen scheinen etwas gemeinsam zu haben, denn die vertretenen Größen bewegen sich vorwiegend im mittleren und oberen 30er Bereich. Nach Übergrößen – auch bei Schuhen – muss man (zumindest um halb fünf) schon ein bisschen suchen. Natürlich gibt es aber ja auch Dinge, die jedem passen, dem sie gefallen unabhängig von der Kleidergröße. Ketten, Ringe, Hüte, Gürtel, Handtaschen... Alles, was morgens an- und abends ausgezogen werden kann, lässt sich finden.

Wer genau hingesehen hat, der konnte tatsächlich auch den ein oder anderen Mann im Getümmel entdecken. Oft hinter einer jungen Frau, die ihn an der Hand hinter sich her durch die Massen manövrierte. Hut ab für die Courage und das Durchhaltevermögen dieser tapferen Herren. Hoffentlich hat die Freundin unter anderem etwas gekauft, von dem er später auch was hat... Es ist ja schließlich Valentinstag.

Wer den Tag doch lieber anders gefeiert hat, aber trotzdem liebend gern einmal dabei wäre – ob nun als Schrankentleerer oder -befüller – der hat auch in Zukunft noch die Möglichkeit dazu. Informationen zu den zukünftigen Mädelsflohmärkten und Preisen gibt es hier.

Informationen

  • Text: Sophia Endberg
  • Foto: Sophia Endberg
  • Datum: 17. Februar 2016
  • Kategorie: Stadt Soziales Wirtschaft