Öko oder was? Die Geschichte kleiner Helden/innen!

Platzhalter - Studio Eins

Ich stehe morgens auf, ziehe meine Laufschuhe an und drehe eine Runde durch das Grün. Danach mache ich mir einen „Smoothie“ aus Obst, Sojajoghurt und Haferflocken (am liebsten plus einen Drink aus sehr gesundem Weizengraspulver). Außerdem dusche ich kalt und setze mich danach kritisch mit der neoliberalen Marktwirtschaft (z.B. in Erscheinung von TTIP & CETA) auseinander und befürworte auf Facebook neue Initiativen, die umweltfreundliche Alternativen aufzeigen. Gehöre ich jetzt zu den zurückgebliebenen Ökos, zu den stolzen Veganern, den übertriebenen Gesundheitsfetischisten oder zu den naiven Gutmenschen, habe ich mich kürzlich gefragt?!?

Neulich sagte mir jemand, man müsse Schubladen im Kopf bilden, um in dieser Welt zu überleben, man könne diese jedoch unabgeschlossen lassen. Ja, ich glaube, dass wir uns generell entscheiden müssen, so oft für das eine oder das andere. Wie sehr möchte auch ich die Welt einordnen können und darin selbst einen klaren Standpunkt einnehmen, die Wahrheit kennen, Recht behalten! Letztlich stelle ich mir die Frage: Wie kann ich offen genug bleiben, um das Gefühl für das andere/ die anderen zu wahren, und mich als jemanden erkennen, der sich ständig weiterentwickelt - unabhängig sein von einem momentanen „Richtig“ oder „Falsch“...?

Ich glaube, dass unsere tägliche Wahl, wie wir leben möchten, Wirkung zeigen wird. Wenn ich lese, dass eine 91 Jahre alte Frau, die viel ihres Lebens bereits „hinter sich hat“, sich dazu entscheidet, vegan zu leben und dies voller Freude tut, erfüllt mich das mit stummer Begeisterung und wirft ein helles Licht auf die dunklen Flecken und auf viele Zweifel in mir: Als ich für eine (kommende) Radiosendung zum Klimaschutz ältere Menschen interviewt habe, bin ich auch mit resignierten Stimmen konfrontiert worden. Die Leute glaubten nicht daran, dass es in der Macht von jedem einzelnen liegt, eine Veränderungen herbeizuführen, die uns mehr im Einklang mit unserer Umwelt leben lässt. Ihre Erfahrungen und ihre Sichtweise, dass unsere Gesellschaft von wenigen Reichen gelenkt und ausgebeutet wird, kann (zusammen mit den Erfahrungen der Leute, die übrigens Lehrer waren, im Schulalltag) ein entmutigendes Gefühl erzeugen. Und andere Länder stoßen immer mehr Treibhausgase aus, die Krisen in der Gesellschaft, bei jedem Einzelnen nehmen zu, ob finanziell oder psychisch, ob im privaten Glück oder am Arbeitsplatz... Der Vorwurf, dass immer wir es sein müssten, die beispielsweise ökologischer leben sollten, dass es angesichts dieser überwältigenden Horrorbeispiele, wie mit der Natur ohne Achtung umgegangen wird, kaum Hoffnung gebe, ist berechtigt! Ja, wir sind nur Menschen, die in einem System drinstecken und das System durch unser tägliches Tun am Funktionieren erhalten (müssen). Wir sind Unfreie... mit einem freien Willen - so hoffen wir zumindest.

Zurück zur Ausbeutung der Natur und neoliberal-kapitalistischer Fallstricke: Die derzeitige Entwicklung, die „Geburt“ selbst, hinein in eine Zeit nach der industriellen, kapitalistischen Vorherrschaft, die gewiss kommen wird, ist schmerzhaft, oftmals unüberschaubar bis deprimierend. Wir sehen den Anfang und das Ende nicht und fragen uns, wo wir stehen. Wir können an den freien Willen glauben.

Wir können uns bewusst identifizieren mit unserem Fühlen und aktiven Probieren: So sind wir Probierer, Gescheiterte, Aufstehende, Weinende und glücklich Jauchzende. Wir sind Kritisierende, Kritisierte, Begeisterte und Begeisternde, Verantwortliche und Mitgezogene. Wir sind der Flügelschlag eines Schmetterlings, der (wie wir seit der „Chaos-Theorie“ besser verstehen können) auf einem fremden Kontinent einen Tornado, ein reinigendes Gewitter oder die Geburt einer neuen Tierart begünstigen und hervorrufen kann. Wäre es nicht viel zu schade, von der eigenen Ohnmacht auszugehen...?

Lass uns einen Ausblick wagen: Es wird einen nächsten Zustand geben, das ist gewiss, die Welt wandelt sich seit eh und je! Wir können glauben, dass unsere freien Entscheidungen das Ergebnis, ob wir zum Beispiel unsere Klimaziele für 2050 in den kommenden Jahren einhalten können oder nicht, beeinflussen können. Selbst wenn wir an das Schicksal glauben, selbst falls der Weg schon bereitet ist, ich darf ihn gehen und mich mit meinem ganzen Wesen voll einlassen! Ich nehme mir diese Freiheit, dies zu schreiben: Ja, es warten Wunder auf uns... und auf unsere Wahl, uns einzulassen, und unser mutiges Tun warten diese Wunder - die wir miterleben dürfen! Denkst du gerade daran, wie du als Kind über die Felder gerannt bist und die Blumen mit den Händen gestreichelt hast? Das, was du & ich mir im Inneren wünsche, das sind wir. Also: Sei der verbindliche Wandel, den du dir in der Welt wünschst, und er wird kommen. Was wünschst Du dir heute vom Leben, du Held auf Zeit, du Heldin? Hör' doch mal genau hin...

Informationen

  • Text: Jonas Müller
  • Datum: 30. August 2016
  • Kategorie: Soziales Ratgeber