Musikalische Reise durch die Highlands

Soll es das wirklich schon gewesen sein? Schwer vorstellbar. Aber nach Angaben von Runrig ist das aktuelle Album „The Story“ das letzte in der mittlerweile 43-jährigen Bandgeschichte der schottischen Folkrocker. Zum Abschluss der Deutschland-Tour im Kölner Palladium stand dieses Werk im Zentrum der 135-Minuten-Show. Und nicht nur Besucher aus Deutschland und dem Rheinland im Besonderen kamen zu dem Gastspiel, auch aus Großbritannien reisten die Menschen an.

Die 4000 Zuschauer in der ausverkauften Halle sorgten von Beginn an für perfekte Stimmung. Bereits als die Bühne noch im Dunkel lag und nur das Intro von Gitarrist Malcolm Jones zu hören war, klatschten die Fans bereits kräftig. Der Opener „Onar“ war der Startschuss für eine musikalische Reise durch die Highlands. „Harvest Moon“, „Maymorning“, „Flower of the West“, „Skye“ – auch die Evergreens der Band standen am Samstag auf der Setlist. Klar, dass die vielen textsicheren Fans bei den meisten Hits Sänger Bruce Guthro unterstützten. Das wiederum freute den kanadischen Frontmann so sehr, dass er lobte: „Ihr seid die besten Sänger Deutschlands.“ Sein Solo zu „Rocket to the Moon“ ließ er mit Leonard Cohens „Hallelujah“ enden und huldigte so seinem kürzlich verstorbenen Landsmann. Dass die kanadischen Nachbarn nun einen neuen Präsidenten haben, kommentierte er mit einem Kopfschütteln und sagte, er würde daher bald nach Deutschland ziehen.

Bei dem Konzert blieben die Ansagen allerdings rar. Im Vordergrund stand die Musik der sechs Musiker, und die war gewohnt druckvoll – vor allem wegen Schlagzeuger Iain Bayne sowie Percussionist und Geburtstagskind Calum Macdonald. Nicht fehlen durfte im Kölner Programm natürlich „Loch Lomond“, jenes schottische Traditional, das den Höhnern als Basis für die beliebte FC-Stadionhymne „Mer stonn zu dir FC Kölle“ diente. Vereinzelt waren sogar FC-Schals bei dem Lied zu sehen.

Nein, Schluss sein, darf und kann es mit Runrig noch lange nicht, wünschen sich viele Fans. Zwei Hoffnungsschimmer gibt es für sie: Guthro sagte in Köln, es gebe ein nächstes Mal, und für das kommende Jahr ist auch schon ein Konzert terminiert. Wenn auch nicht in Deutschland, dafür in Dänemark. Aber vielleicht kommen die Folkrocker auch noch einmal in die Bundesrepublik. Für einen Abschied ist es noch viel zu früh.

Informationen

  • Text: Stefan Lienert
  • Foto: Stefan Lienert
  • Datum: 14. November 2016
  • Kategorie: Kultur