"Advent, Advent, ein Lichtlein brennt..."

Wer kennt nicht diesen Kinderreim, der uns durch die Adventszeit begleitet? Ebenso wie Abventskalender, -Kränze und Weihnachtsmärkte. Doch was bedeutet Advent eigentlich? Und warum haben wir vier Adventssonntage vor Weihnachten?

Advent ist die heutige Bezeichnung des latainischen Adventus Domini, was auf deutsch soviel wie "Ankunft des Herrn" bedeutet. In dieser Zeit bereiten sich die christlichen Gemeinden weltweit auf Weihnachten vor, das Fest, an dem die Geburt ihres Herrn Jesus Christus, das Christuskind, geboren wurde und erinnern sich dabei auch daran, dass Jesus eine zweite Ankunft von sich prophezeit hat. Zeitgleich beginnt am ersten Advent für die katholische und die evangelische Kirche ein neues Kirchenjahr.

Die Ursprünge der Adventszeit liegen dabei im 7. Jahrhundert, wo die Zeit tempus ante natale Domini (etwa "Zeit vor der Geburt des Herrn") oder tempus adventus Domini ("Zeit der Ankunft des Herrn") genannt wurde. Damals gab es zwischen vier und sechs Wochen, in denen auf das Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar vorbereitet wurde. Es war vor allem auch eine Fastenzeit. Da die Wochenanzahl aber immer schwankte, legte Papst Gregor I. in seiner Amtszeit zwischen 590 und 604 die Adventszeit auf vier Wochen fest, mit Weihnachten als Höhepunkt der Adventszeit, die Geburt Jesu Christi, dem Christuskind. Die vier Adventswochen sollen dabei die 4000 Jahre symbolisieren, in denen die Menschen nach kirchlicher Zeitrechnung vom Sündenfall von Adam und Eva bis zur Geburt des Erlösers gewartet haben sollen.

Seit jener Zeit haben sich einige Brauchtümer etabliert, die sich aus unserer heutigen Adventszeit nicht mehr wegdenken lassen. Als erstes fallen uns dabei die Adents-, Weihnachts- oder Christmärkte ein, die in fast allen Städte sind, die noch aus dem Mittelalter und der Fastenzeit stammen, in denen sich die Adligen vor dieser Fastenzeit noch einmal mit dem wichtigsten Waren eingedeckt haben. Heute werden da vor allem mögliche Weihnachtsgeschenke angeboten, und in manchen Städten, wie Siegburg zum Beispiel, gibt es auch Themenmärkte.

Eine weitere Tradition ist der Adventskranz, der vom evangelischen Theologen Johann Hinrich Wichern (1808–1881) erstmals in Hamburg aufgehangen wurde. Da waren es allerdings noch 23 Kerzen, die jeden Tag angezündet wurden. Von diesem ersten Adventskranz inspiriert entwickelte sich später der Adventskalender, der mit seinen 24 Türchen vor allem die Kinder erfreut. Der erste Adventskranz mit vier Kerzen wurde 1925 in einer katholischen Kirche in Köln aufgehangen.

Seit einigen Jahren ist es auch hier in Deutschland Tradition, dass die Häuser und Straßen festlich mit Licht geschmückt werden. In größeren Städten werden sogar aus Lichterketten die Straßennamen geschrieben. Aber schöner sind immer noch die Häuser anzusehen, die von ihren Eigentümern sehr fantasievoll und individuell geschmückt werden. Solche Ausmaße wie in den USA hat es hier aber noch nicht erreicht.

Egal, ob wir nun christlich orientiert sind oder nicht... Jeder von uns hat etwas, das er in der Adventszeit mag. Und vor allem wünsche ich jedem in dieser Zeit Ruhe und Besinnlichkeit.

Informationen

  • Text: Yvette Weiner
  • Foto: Yvette Weiner
  • Datum: 28. November 2016
  • Kategorie: Soziales Kultur