Warum feiern wir Karneval? - Alles über den Ursprung.

Bald ist wieder Höhepunkt der fünften Jahreszeit denn in wenigen Wochen beginnt mit Weiberfastnacht der Straßenkarneval. In den Karnevalshochburgen warten Millionen Menschen voller Vorfreude auf sechs tolle Narrentage. Eine Party jagt die nächste, kostümierte Jecken sprühen vor Ausgelassenheit und insbesondere das Rheinland steht wieder Kopf und feiert die fünfte Jahreszeit. Aber kaum einer hinterfragt heute noch, warum wir überhaupt Karneval feiern?

Das bunte, fröhliche Brauchtum hat nicht nur eine, sondern gleich drei Wurzeln:

Der Karneval, auch Fastnacht genannt, hat seine Ursprünge schon in der Antike und bringt damit eine lange Tradition mit sich. Das Wort Karneval, welches sich im Spätmittelalter über verschiedene Formen herausgebildet hat stammt aus dem Lateinischen. Es setzt sich aus den Wörtern „caro“ (Fleisch) und „elevare“ (aufheben) zusammen. Das Wort Karneval bedeutet also nichts anderes als die „Aufhebung oder die Wegnahme des Fleisches“. Diese Übersetzung verweist zugleich auf den ersten Ursprung des Karnevals. Im zwölften Jahrhundert hatte der Papst eine jährliche Fastenzeit ausgerufen. Diese sollte die Menschen an die vierzig Tage erinnern, die Jesus kurz vor seiner Kreuzigung betend und fastend in der Wüste verbrachte. Zwischen Aschermittwoch und Karsamstag sollten die Christen weniger essen und mehr beten. Der Verzehr von Fleisch war in der Fastenzeit strengstens verboten. Daher lässt sich die Bezeichnung „carne vale“ ableiten („Fleisch, lebe wohl“). Bevor am Aschermittwoch die lange Fastenzeit begann speisten die Menschen noch einmal ausgiebig und sagten dem Fleisch „lebe wohl“. In dieser Hinsicht sind auch die fetthaltigen typischen Speisen an Karneval, wie z.B. Krapfen oder Kamelle einzuordnen. Das traditionelle Fasten ist auch heute noch Brauchtum und wird von vielen Menschen vollzogen.

Einen weiteren Ursprung hat der Karneval im Alemannischen. Die alten Germanen glaubten noch an Dämonen und feierten zum Frühlingsanfang ein großes Fest um die Wintergeister zu vertreiben. Dabei verkleideten sich unsere Ur-Ur-Ur... Urgroßeltern mit schaurigen Masken und machten mit Trommeln und Rasseln lautstarken Lärm. Heute sind aus den gruseligen Masken bunte und lustige Kostüme geworden.

Karneval geht ebenfalls zurück auf das „Saturnalienfest“ der Römer. Bei diesem Fest durften sich die Einwohner verkleiden und ihre Rollen tauschen: Vornehme Herren mussten ihre Sklaven bedienen. Die Sklaven durften ausnahmsweise Kritik äußern und sich über ihre Herren in Form von Witzen lustig machen. In dieser Tradition lassen sich die heutigen Büttenreden wiederfinden. Wer in die Bütt klettert, darf über Alles und Jeden schimpfen. Oftmals werden dabei so manche Witze auf Kosten unserer Politiker und Staatsoberhäupter gemacht. Die Übernahme des Rathauses durch die Narren an den Karnevalstagen ist ebenfalls auf die römische Tradition des Saturnalienfestes zurückzuführen.

Mit der Zeit verschmolzen die drei unterschiedlichen Feste zu einem Ganzen. Der Papst verknüpfte den alten römischen Brauch mit dem christlichen Fastenfest. Da die Kirche im Mittelalter überall auf dem Kontinent einen sehr großen Einfluss hatte erreichte der Karneval ausgehend von Rom immer mehr Regionen. Dementsprechend hat das farbenfrohe Kostümfest seinen Weg dann auch in das Rheinland gefunden. 

Informationen

  • Text: Julia Schleier
  • Foto: Julia Schleier
  • Datum: 07. Februar 2017
  • Kategorie: Soziales Kultur Ratgeber