Nahbare Nena spielt vor 6000 Menschen auf dem KUNST!RASEN

Bei ihrem Konzert in Bonn präsentiert die 59-Jährige viele ihrer großen Hits. Und doch gibt es Kritik - von ihr und den Zuschauern.

Mit einer zweistündigen Power-Show hat Nena am Donnerstag ihre KUNST!RASEN-Premiere gegeben. Schon wenige Minuten vor dem offiziellen Beginn um 20 Uhr stand die Pop-Sängerin gemeinsam mit ihren sechs Musikern und zwei Background-Sängern auf der Bühne. Sie hatte Lust auf den Auftritt in Bonn und wirbelte quasi über die gesamte Spielzeit über die Hauptbühne und zeigte sich als nahbare Künstlerin, als sie für drei Lieder plötzlich inmitten des Front-of-Stage-Bereiches auftauchte und dort, wie sie sagte, auf der „kleinsten Bühne der Welt“, das Publikum zu animieren versuchte.

„Es ist in Ordnung“, „Nur geträumt“, „Rette mich“ – ein druckvoller Start wartete auf die etwa 6000 Zuschauer, die längst nicht nur aus Bonn, sondern zum Beispiel auch aus Belgien und Österreich zum Konzert gekommen waren. Doch nicht überall war die 59-Jährige an dem Abend perfekt zu verstehen. Direkt vor der Bühne dominierte die Musik, erst mit etwas Abstand wurde die Abmischung besser. Die Besucher wiederum, die Tickets für den Normalbereich erworben hatten, beklagten, dass sie nicht viel sehen konnten. Die kleine Leinwand war an dem Abend ausgeschaltet.

Zu „Haus der drei Sonnen“ lud die Deutschpop-Künstlerin alle Kinder in den Bühnengraben ein. Den Anweisungen der Sicherheitsleute, dies nicht zu tun, widersetzte sie sich. Überhaupt ist Nena ja bekannt dafür, einen eigenen Kopf zu haben. Die Krankheiten ADS und ADHS nannte sie eine „fucking Lüge“ und widmete daraufhin allen Betroffenen den Song „Hyperaktiv“. Immer wieder kritisierte sie, dass die Zuschauer nicht mit dem gleichen Elan wie sie an dem Konzert teilnahmen. „Das ist mir zu lame“. Mit Blick auf die Vip-Tribüne tönte sie: „Ihr habt doch alle nicht bezahlt“, um dann gleich zu ergänzen. „Wir sind alle Vips und Sterne am Himmel, von denen keiner heller als der andere scheint“.

Mit „Leuchtturm“ und „99 Luftballons“ endete nach etwa 90 Minuten der reguläre Konzertteil. Zum Zugaben-Block gehörten „Genau jetzt“, „Willst du mit mir geh'n“, „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“ und „Anfang vom Ende“.

Für den Auftakt des Konzertabends sorgte Jonas Monar, der am Vortag seinen 29. Geburtstag gefeiert hat und bei seinem halbstündigen Auftritt stolz seinen geschenkten Gitarrengurt präsentierte, auf dem sein Name zu sehen ist. Den ARD-Olympia-Song „Nie zu Ende“, seine erste Single „Playlist“ und die Ode an liebe Mitmenschen, „Alle guten Dinge“, präsentierte der hessische Blondschopf unter anderem in seinem Programm. Im Herbst erscheint sein zweites Album „2 Planeten“, dazu geht er auf Headline-Tour.

Karten für diese Veranstaltung gab es bereits vor knapp einem Jahr. Mit einer solch langen Vorlaufzeit ging bis zu dem Zeitpunkt noch kein KUNST!RASEN-Konzert in den Verkauf. Mittlerweile hat das The-Bosshoss-Konzert am 7. August 2020 diese Spitzenposition inne. Doch auch für diese Saison gibt es noch für viele Konzerte Karten, unter anderem für James Bay am 8., Michael Patrick Kelly am 9. und Max Giesinger sowie Namika am 15. Au

Informationen

  • Text: Stefan Lienert
  • Foto: Stefan Lienert
  • Datum: 15. Juli 2019
  • Kategorie: Stadt