Der Tod auf Rädern

Nur weil man einen Führerschein hat, heißt das nicht auch, dass der Verkehr immer sicher ist. Hier kann eine ganze Menge passieren und nicht immer hat der Fahrer auch Schuld an einem Unfall. Doch das Ergebnis bleibt dasselbe.

In Deutschland gibt es pro Tag neun Verkehrstote. Nur ungefähr ein Prozent aller Verkehrsunfälle endet schließlich tödlich – leichte Unfälle mit leichten bis schweren Verletzungen gibt es wie Sand am mehr. 70% aller Opfer sind keine Autofahrer, sondern gehen zu Fuß oder nehmen das Fahrrad oder Motorrad. Sie werden schnell übersehen und haben kaum bis keinen Schutz. Insbesondere Motorradfahrer finden in Crashes leicht den Tod, da sie oft der schieren Maschinengewalt ausgesetzt sind.

Das sieht ziemlich grimm aus, aber insgesamt ist die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle in Bonn gesunken. Seit Jahren halten sie sich im einstelligen Bereich (momentan: sechs, Gesamtschnitt: 18 zu 1.000.000 Einwohnern). Einer der Gründe: Autos werden immer sicherer und widerstandsfähiger. Klappten Autos in den 30ern bei einem Unfall noch zusammen wie ein Akkordeon, ist heute bei kleineren Zusammenstößen meistens nur die Elektronik geschädigt. Das ist teuer, aber tötet niemanden. Doch bei diesen sieben Toten ist zu verzeichnen, dass Radfahrer immer häufiger tödlich verletzt werden, während Autofahrer immer häufiger mit dem Schrecken davonkommen.

Die Anzahl der Verkehrstoten ist stark von der Region abhängig: Bremen hat mit drei Toten auf 1.000.000 den geringsten Schnitt, Sachsen-Anhalt mit 29 den höchsten. Der ADAC sieht vor allem zwei Gründe: Erstens menschliche Fahrfehler wie z.B. das Vergessen des Blinkers und/oder unangepasste Geschwindigkeiten oder fehlende Aufmerksamkeit. Weitere Schwierigkeiten, für die Autofahrer nichts können, sind sehr schlechtes Wetter, mangelhafte Asphaltierung oder fehlende Schilder. Oder aber das genaue Gegenteil, der gefürchtete Schilderwald. 

Eine wachsame Fahrweise, von Fahrlehrern das vorausschauende Fahren genannt, kann dazu beitragen, die schon zeitlich besseren Zahlen noch weiter abzusenken. Zum vorausschauenden Fahren gehört zum Beispiel das Einhalten des Sicherheitsabstandes, sodass selbst bei einer Vollbremsung vom Vordermann schnell reagiert werden kann. Weiterhin sind das degressive Fahren und die richtige Kommunikation über Blinker und Gesten sinnvoll. Das Einhalten der Geschwindigkeit und der Schulterblick können Leben retten.

Selbstfahrende Autos stecken noch in den Kinderschuhen und solange es sie nicht gibt, heißt es: Augen auf. Der erste Schritt in die richtige Richtung ist schon getan. Sicherlich wird auch weiterhin der Straßenverkehr sicherer werden.

Informationen

  • Text: Josef Appelhans
  • Foto: Josef Appelhans
  • Datum: 22. November 2019
  • Kategorie: Stadt