Silvesterbräuche

Ob Raclette oder Fondue, Sekt oder Punsch, Dinner for One oder doch lieber die Silvestershow im ZDF, Böller oder Wunderkerzen; Jede Familie, Gruppe, jeder Freundeskreis hat ihre/seine eigenen Traditionen zu Silvester. Aber was steckt eigentlich hinter ein paar der beliebtesten Silvesterbräuchen? Ich habe mich mal schlau gemacht.

Feuerwerk und Silvesterknaller

Ursprünglich sollten durch den Lärm und die Lichter böse Geister und Dämonen vertrieben werden. Heute dienen Raketen, Chinaböller, Wunderkerzen und Co. allerdings eher zur Belustigung der Feiernden und dazu, möglichst laut und spektakulär das neue Jahr einzuläuten.

In letzter Zeit jedoch machen Feuerwerkskörper vorwiegend negative Schlagzeilen. Und das oft zu Recht. Die Knallerei zum Jahreswechsel verursacht nicht nur Unmengen an Müll, sondern auch eine Menge an, in Zeiten des Klimawandels fatalem, Feinstaub. Außerdem sind die Notaufnahmen jedes Jahr wieder Anlaufstelle für Menschen mit diversen Verletzungen, verursacht durch verschiedene Feuerwerkskörper.

Nicht umsonst sind viele der gefährlicheren Erzeugnisse der Pyrotechnik in Deutschland illegal. Unter anderem auch die chinesischen Himmelslaternen, die in der vergangenen Silvesternacht den Brand im Krefelder Affenhaus ausgelöst hatten, bei dem über 30 Tiere gestorben waren.

Sind private Feuerwerke zu Silvester also noch zeitgemäß und überhaupt vertretbar? Das wird sicherlich auch in Zukunft noch für Diskussionen sorgen, wie unter anderem der Shitstorm auf einen Obi-Markt in Rheinbach, der vor dem letzten Silvesterabend beschlossen hatte, keine Feuerwerkskörper zu verkaufen, vermuten lässt.

 

Schornsteinfeger

Um den Jahreswechsel sieht man sie oft als kleine Figürchen und auch den Rest des Jahres soll es Glück bringen, ihnen die Hand zu schütteln. Aber warum bringt ein Schornsteinfeger, laut Aberglauben, so viel mehr Glück als jeder andere Handwerker?

Eine Theorie ist, dass damals, als Häuser noch hauptsächlich aus brennbaren Materialien bestanden, ein Schornsteinfeger oft Heim, Leib, Leben und Besitz der Menschen beschützte.

 

Glücksschweine

Wer vor etwa 2.000 Jahren wortwörtlich Schwein hatte, der konnte sich glücklich schätzen, denn die Tiere galten als fruchtbar und als ein Zeichen des Wohlstands. Ob als kleine Figur oder aus Marzipan, Glücksschweinchen begegnen einem auch heute noch oft zu Silvester.

 

Glücksklee

Im katholischen Irland gilt ein dreiblättriges Kleeblatt als wichtiges religiöses Symbol für die Dreifaltigkeit Gottes und bringt darum Schutz und Glück.

Seit dem Mittelalter gelten besonders die sehr seltenen vierblättrigen Kleeblätter als Glücksbringer, was sich bis heute durchgesetzt hat. Allerdings gilt das anscheinend nur für Kleeblätter, die einem sozusagen „in freier Wildbahn“ zufällig begegnen und nicht für die gezüchtete Variante im Blumentopf aus dem Supermarkt.

 

Bleigießen

Angeblich stammt der Brauch des Bleigießens noch von den alten Griechen, bzw. den Babyloniern. Damals wurde das Blei-Orakel wohl dazu genutzt, den Ausgang von Feldzügen vorherzusagen. Heute benutzen wir es dazu, aus den entstandenen Figuren private Vorhersagen über das neue Jahr herauszulesen.

Problematisch hierbei ist, dass Blei ein hochgiftiges Metall ist und die Dämpfe, die bei diesem beliebten Silvesterbrauch entstehen, toxisch sind. Besser ist also, man nimmt alternativ zum Blei Zinn oder Wachs. Diese Materialien lassen sich ebenso gut schmelzen und erkalten dann in Wasser sofort.

 

Quellen

Informationen

  • Text: Claudia Holzapfel
  • Foto: Claudia Holzapfel
  • Datum: 16. Januar 2020
  • Kategorie: Soziales Bildung Kultur