Masken, Panik und Rassismus – Fakt und Fiktion rund um das Coronavirus

Der schieren Flut an Informationen über das sogenannte Coronavirus, mal mehr, mal weniger, mal gar nicht recherchiertet und belegt, konnte und kann während der ersten Wochen des noch jungen Jahres 2020 keiner entgehen. Diverse Medien, national genauso wie international, haben sich dabei hauptsächlich darauf konzentriert, möglichst viel Panik vor dieser Krankheit zu verbreiten, anstatt sachlich und gut recherchiert darüber zu berichten.

Die World Health Organisation (WHO) hat jetzt eine Kampagne gestartet, um der Verbreitung von noch mehr Panik und Falschinformationen entgegenzuwirken. Auf ihrer Facebook-Seite hat die WHO ein paar wichtige Informationen über das Coronavirus und einen verantwortungsvollen Umgang damit, in der Form von Fragen und Antworten, aufgelistet. Manche dieser Fragen sind naheliegend und nachvollziehbar, wie z.B.:

  • Wirken Antibiotika gegen den Virus? (Nein, denn Antibiotika helfen nur gegen bakterielle Infektionen, nicht aber gegen virale Erreger, wie es bei Corona der Fall ist. Anstelle von Antibiotika könntet ihr theoretisch auch Gummibärchen einnehmen, das hilft genauso wenig.)
  • Helfen Impfungen gegen Lungenentzündungen auch gegen Corona? (Nein, auch wenn das Coronavirus oft eine Art Lungenentzündung auslöst, würde nur eine Impfung helfen, die speziell für das Coronavirus entwickelt wurde. So eine Impfung gibt es noch nicht.)
  • Ist es gefährlich, ein Paket oder einen Brief aus China zu erhalten? (Nein, denn die Viren, die Corona verursachen, überleben laut den Forschern der WHO nur sehr kurz auf Gegenständen.)

Manche dieser Fragen lassen einen jedoch ratlos zurück und man muss sich wirklich fragen, wie gewisse „Heilmethoden“ überhaupt ernsthaft von Menschen in Betracht gezogen werden, darunter:

  • Hilft der Konsum von Knoblauch gegen das Virus? (Nein, dafür gibt es keinerlei Beweise, obwohl Knoblauch allgemein nicht schaden kann, da er sehr gesund ist.)
  • Kann man sich gegen Corona schützen, wenn man sich mit Sesamöl einreibt? (Nein; dafür gibt es keinerlei Anhaltspunkte.)
  • Und mein persönlicher Favorit: Kann das Einatmen des Rauches von Feuerwerkskörpern verhindern, dass man sich ansteckt? (Nein, diese Dämpfe enthalten giftige Stoffe. Ihr Einatmen kann sehr gefährlich sein und hilft (natürlich) nicht gegen Viren.)

Die oft medienwirksam als Seuche bezeichnete Ausbreitung des Coronavirus scheint also so viel Panik zu verbreiten, dass bei vielen Menschen der gesunde Menschenverstand aussetzt. Umso wichtiger ist eine klare und unmissverständliche Aufklärung, auch damit sich Falschinformationen nicht so ungehemmt verbreiten können.

 

Laut der WHO verursacht das Coronavirus (offiziell „2019-nCoV“ oder „Novel Coronavirus“ genannt), so ähnlich wie das SARS-Virus Anfang der 2000er, eine Atemwegserkrankung. Der Ursprung des Virus ist den Forschern bis jetzt noch nicht bekannt, vermutlich wurde es aber durch eine Mutation der Erreger, wie bei anderen Arten des Coronavirus, vom Tier auf den Menschen übertragen. Der vermutete Ursprung der Ausbreitung, auf einem Fleisch- und Fischmarkt in Wuhan, China, unterstützt diese These. Wie genau das Virus übertragen wird, ist noch nicht vollständig geklärt, eine Verbreitung durch Tröpfcheninfektion (also durch Husten, Niesen, o.ä., genau wie bei einer Grippe) ist aber höchstwahrscheinlich. Symptome beinhalten Fieber, Husten, Atembeschwerden bis zu Lungenentzündungen und können (sehr selten, vor allem bei älteren Personen oder Personen mit Vorerkrankungen) zum Tod des Patienten führen. Ein Heilmittel ist noch in der Entwicklung.

 

Einige Personen nutzen den Aufruhr rund um das Coronavirus leider dazu, sich rassistisch gegenüber Menschen aus China oder Asien allgemein zu äußern, was natürlich, abgesehen davon, dass es absolut zu verurteilen ist, einen sachlichen Umgang mit dem Thema weiter erschwert.

 

Methoden, um sich vor dem Coronavirus zu schützen sind, im Gegensatz zu den oben genannten Gerüchten, ziemlich einleuchtend und unterscheiden sich nicht von den Methoden, die jedem bekannt sein sollten, um sich vor bekannten Krankheiten, z.B. einer Grippe, zu schützen: Hände öfter und mit Seife waschen, beim Husten oder Niesen Taschentuch oder Ellenbogen vor den Mund halten, möglichst kein näherer Kontakt mit Personen mit Krankheitssymptomen. Zusätzlich dazu empfiehlt die WHO, wegen der möglichen Übertragung vom Tier auf den Menschen, nach dem Kontakt mit Tieren die Hände besonders gut zu reinigen und tierische Produkte vor dem Verzehr gut durchzukochen. So einfach ist es.

 

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Coronavirus, obwohl es sicher nicht harmlos ist, keinen Grund zur Panik darstellt. Es gibt Methoden, wie man sich einfach davor schützen kann und die allermeisten erkrankten Menschen werden wieder vollständig gesund. Wenn ihr noch unsicher seid oder Fragen habt, bitte reibt euch nicht mit Sesamöl ein, sondern seht euch auf der Homepage der WHO um (www.who.int), anstatt euch von den Falschinformationen und Halbwahrheiten verrückt machen zu lassen.

 

Quellen:

Informationen

  • Text: Claudia Holzapfel
  • Foto: Claudia Holzapfel
  • Datum: 06. Februar 2020
  • Kategorie: Soziales Bildung Ratgeber