Yogastile

Für die einen bedeutet Yoga Entspannung und Innehalten, für die anderen Kraft und Dynamik. Wieder andere sehen Yoga nicht als richtigen Sport, sondern nur als Meditation an. Diejenigen unter Euch, die selbst Yoga praktizieren, wissen jedoch mit Sicherheit, dass Yoga auch sehr anstrengend sein kann. Je nachdem welche Yogarichtung man praktiziert, legt man den Fokus eher auf Aktivität oder Passivität. Fest steht, dass Yoga Körper und Geist positiv beeinflusst, beispielsweise wird Stress reduziert, das Immunsystem wird gestärkt und ein positiveres Körpergefühl entwickelt.

Zu den verschiedenen Yogastilen habe ich recherchiert und möchte Euch im Folgenden acht davon vorstellen.

Hatha Yoga
Hatha Yoga ist die traditionelle Yogalehre und gehört heute zu den bekanntesten Yogastilen weltweit. Die ersten Hatha-Yoga-Schriften gehen auf den Begründer dieser Yogarichtung, Goraksha, zurück, der um das neunte Jahrhundert nach Christus lebte. Beim Hatha-Yoga geht es vor allem um die körperliche Erfahrung, die Asanas (Yogahaltungen) können jedoch auch durch Atemübungen und Meditationen ergänzt werden. Da die Übungen langsam und kraftvoll gewechselt werden, eignet sich Hatha-Yoga besonders für AnfängerInnen.


Ashtanga Yoga
Ashtanga Yoga gilt als einer der körperlich intensivsten Yogastile – daher ist diese Yogaart auch eher für Fortgeschrittene geeignet. Die Bewegungen sind sehr dynamisch und fordernd und werden immer in der gleichen Reihenfolge geübt. Die Asanas gehen fließend ineinander über, dazu wird der Atem synchronisiert. Ashtanga Yoga bildet auch die Grundlage für das Power Yoga. Der Unterschied zwischen den beiden Yogarichtungen ist, dass beim Power Yoga die Bewegungsabläufe unterschiedlich gestaltet werden.


Vinyasa Yoga
Auch beim Vinyasa Yoga gehen die Asanas fließend ineinander über, sodass ein dynamischer Flow entsteht. Dabei wird zu den verschiedenen Haltungen der Atem koordiniert, d.h. Atem und Bewegung stehen im Einklang. Vinyasa Yoga ist aufgrund des Bewegungsflusses eher anstrengend, aber auch sehr variabel. Eine Einheit wird nach dem dynamischen Flow mit intensiverem Dehnen abgeschlossen. Da es keine vorgegebene Reihenfolge der Haltungen gibt, ist jede Stunde anders gestaltet. Vinyasa Yoga ist sowohl für AnfängerInnen als auch für Fortgeschrittene geeignet.


Yin Yoga
Yin Yoga ist ein sehr sanfter Yogastil, bei dem der Fokus besonders auf Entspannung und Loslassen liegt. Durch passives Stretching, bei dem die einzelnen Positionen mehrere Minuten lang gehalten werden, soll der Geist zur Ruhe kommen. Daher ist Yin Yoga für AnfängerInnen, jedoch auch für Fortgeschrittene, die mehr Flexibilität gewinnen wollen, geeignet. Auch Muskeln und Gelenke werden v.a. bei dieser Yogaart gedehnt und gestärkt. Wichtig bei der Yin Yoga Praxis (wie auch bei allen anderen Yogastilen) ist, dass der Atem immer frei fließt und man nur so weit in eine Dehnung geht, wie es für einen selbst angenehm ist.


Bikram Yoga
Bikram Yoga, auch Hot Yoga genannt, richtet sich an Personen, die gerne schwitzen und denen hohe Temperaturen nichts ausmachen. Bei diesem Yogastil werden die Unterrichtseinheiten in einem ungefähr 40 Grad warmen Raum abgehalten. Dies führt dazu, dass die Muskeln entspannen und flexibler werden. Außerdem wird der Körper durch das Schwitzen entgiftet. Eine Einheit besteht aus  24 Asanas und zwei Atemübungen.


Kundalini Yoga
Kundalini Yoga fokussiert insbesondere die spirituelle und geistige Seite der Asanapraxis. Yogahaltungen, Meditation und Atemübungen werden hierbei aufeinander abgestimmt. Besonders der Atmung kommt eine wichtige Rolle zu: Durch sie soll die "Kundalini"-Energie erweckt werden, durch die dieser Yogastil auch seinen Namen trägt. Die Kundalini wird als zusammengerollte, am unteren Ende der Wirbelsäule ruhende Schlange dargestellt. Sie ist die schlafende weibliche Energie.


Aerial Yoga
Beim Aerial Yoga werden die verschiedenen Yogahaltungen in von der Decke hängenden Tüchern ausgeführt. Der Yogi „schwebt“ also während der Asanapraxis mithilfe des Tuches in der Luft und stärkt dabei v.a. seine Körpermitte. Außerdem sollen Gelenke geschont und der Stoffwechsel angeregt werden. Aerial Yoga ist ein moderner Yogastil und eignet sich besonders für AnfängerInnen und diejenigen, die etwas Abwechslung in ihre Praxis bringen möchten.


Acro Yoga
Auch Acro Yoga ist ein moderner Yogastil. Das Besondere daran ist, dass er von zwei Personen gemeinsam praktiziert wird. Eine Person bildet die Basis und liegt meistens mit dem Rücken auf der Yogamatte. Die andere Person (der „Flieger“) wird von der „Basis“ in die Luft gedrückt und führt einige Asanas aus. Dabei balanciert der „Flieger“, während die „Basis“ den „Flieger“ hält. Acro Yoga schult Gleichgewicht, Konzentration und schafft Vertrauen. Allerdings ist diese Yogaart eher für Menschen geeignet, die schon Vorkenntnisse im Yoga haben.


Yoga – vielschichtige Praxis

Yoga ist also sehr facettenreich und vielfältig, dazu kommen die positiven Auswirkungen auf Körper und Geist: Reduktion von Stress und Schmerzen, mehr Gelassenheit und Entspannung, Stärkung von Herz und Immunsystem, etc. Demnach ist Yoga viel mehr als nur pures Sitzen und Meditieren (wobei Meditation natürlich ein wichtiger Bestandteil der Yogapraxis ist). Wenn Ihr also noch nie Yoga ausprobiert habt, solltet Ihr das unbedingt einmal versuchen. Und für diejenigen, die schon das Yoga-Fieber gepackt hat – vielleicht entdeckt Ihr einfach mal einen anderen Stil – ich bin sicher, es lohnt sich.


Quellen:

Informationen

  • Text: Sara Schneider
  • Foto: Sara Schneider
  • Datum: 07. März 2020
  • Kategorie: Bildung Sport Ratgeber