Das hat Tallinn zu bieten

Tallinn ist als Reiseziel noch ein verstecktes Juwel. Was die estnische Hauptstadt so alles zu bieten hat, erzählt Dir Victoria Schmidt. Sie wohnte selbst ein halbes Jahr in der Hansestadt und weiß, was man sich bei einem Besuch auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

Wer nach Tallinn reist, kommt um eines nicht herum: die Altstadt. Sie ist eine der am besten erhaltenen Altstädte Nordeuropas und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Insgesamt besteht sie aus zwei Teilen: der Unter- und der Oberstadt. Die Unterstadt betritt man am besten durch das Viru värava, ein Tor der alten Stadtbefestigung und heutiger Haupteingang in die Altstadt. Hier läuft man am Blumenmarkt vorbei die Straße hoch, bis man auf dem Rathausplatz landet. Dieser ist das Zentrum der Unterstadt und nach dem gotischen Rathaus benannt, das ihn von einer Seite umrahmt. Ebenfalls in der Unterstadt befindet sich die Olaikirche, die vor hunderten von Jahren einmal das höchste Gebäude der Welt war. Ein Highlight der Altstadt und meine Lieblingsstraße ist die Pikk tänav, die man am besten zur Golden Hour entlang schlendert, wenn die in Pastellfarben gestrichenen Häuser in der Abendsonne leuchten.

Auch auf dem Domberg, auf dem sich die Oberstadt befindet, ist es am schönsten bei Sonnenuntergang. Von vier verschiedenen Aussichtsplattformen aus hat man einen tollen Blick auf den unteren Teil der Altstadt und das Meer. Ebenfalls auf dem Domberg befindet sich das estnische Parlament. Ihm gegenüber liegt die Alexander-Newski-Kathedrale. In der Altstadt gibt es viele Kirchen, doch diese sticht aus allen hervor. Sie ist eine russisch-orthodoxe Kirche und stammt aus der Zeit, als Tallinn noch zum russischen Zarenreich gehörte. Der Eintritt ist frei, es lohnt sich also in jedem Fall, auch einmal ins Innere der Kathedrale zu blicken. Schlendert man durch die Gassen der Oberstadt, fällt schnell auf, dass hier viele ausländische Botschaften ihren Sitz haben, u. a. auch die Deutschlands. Läuft man weiter, trifft man auf den mittelalterlichen Tallinner Dom, der der Namensgeber des Dombergs ist.

 

Wer genug von den alten Gemäuern der Altstadt hat, ist zu Fuß innerhalb von 10 Minuten im hippen Kalamaja. Das ehemalige Fischer- und Industrieviertel wird vor allem durch bunte Holzhäuser und renovierte Fabrikgebäude geprägt. Nach einem Spaziergang durchs Viertel kehrt man im Balti Jaama Turg oder im Kreativzentrum Telliskivi ein. Der Balti Jaama Turg ist eine dreistöckige Markthalle, in der man Street Food aller Art essen und danach durch Second-Hand-Läden stöbern kann. Außen grenzt ein Markt an die Halle an, auf dem man frisches Obst und Gemüse kaufen kann. Telliskivi liegt in einem ehemaligen Industriekomplex, in dem sich heute Gaststätten, Galerien und Boutiquen befinden. Hier kann man sich bei einer Mahlzeit stärken, um anschließend diverse Street Art zu bewundern und handgefertigte Souvenirs zu kaufen.

 

Was auch auf keiner Tallinn-Reise fehlen darf, ist ein Besuch des Schlosses Kadriorg. Das Barockschloss liegt mitten im Kadriorg Park im gleichnamigen Stadtteil. Hier kann man bei gutem Wetter spazieren gehen und die Kombination aus Architektur und Natur genießen.

 

Wer länger in der Stadt ist, sollte sich auch das Noblessner-Viertel, das Estnische Seefahrtsmuseum & die Häfen und Strände der Stadt nicht entgehen lassen. Tallinn ist vielfältig und hat zu jeder Jahreszeit jedem etwas zu bieten.

 

Quellen:


Informationen

  • Text: Victoria Alina Schmidt
  • Foto: Victoria Alina Schmidt
  • Datum: 28. Juni 2020
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