Valencia – Teil 1

Auch wenn sich das Verreisen in Corona-Zeiten schwierig gestaltet, möchte ich Euch in diesem Artikel dennoch eine sehr schöne spanische Stadt vorstellen: Valencia. Als Studierende der Uni Bonn hatte ich im Wintersemester 2018/19 die Möglichkeit, im Rahmen des Erasmus+ Programms an der Universidad de Valencia zu studieren. In dieser Zeit habe ich die Stadt sehr lieb gewonnen und möchte Euch deshalb einige besondere Orte und Sehenswürdigkeiten Valencias vorstellen. In diesem ersten Teil geht es um Valencias Geschichte und regionale Feste, während Ihr im zweiten Teil etwas über Valencias Sehenswürdigkeiten und kulinarische Spezialitäten erfahrt.

Wo liegt Valencia?

Valencia liegt im Osten Spaniens am Mittelmeer und gehört zur Costa Blanca. Sie ist die Hauptstadt der Autonomen Gemeinschaft Valencia und hat etwa 800.000 Einwohner. Wegen des mediterranen Klimas, viel Sonne, wenig Regen und einer Jahresdurchschnittstemperatur von 18 Grad ist Valencia als Urlaubsregion sehr beliebt.

Seit wann gibt es Valencia?

Valencia wurde im Jahr 138 vor Christus von den Römern gegründet. Sie nannten die Stadt „Valentia“, was so viel bedeutet wie „Erde/Gebiet der Tapferen“. Im Jahr 711 kamen die Mauren nach Valencia und eroberten die Stadt. Während dieser Epoche unter der maurischen Herrschaft wurden einige Gärten angebaut, die „Russafa“ genannt wurden. Diesen Namen trägt heute ein Stadtteil Valencias („Ruzafa“), der so an diese vergangene Epoche erinnert. Auch andere Ortsbezeichnungen zeugen heute noch von der arabischen Präsenz: Das Wortelement „beni“, was beispielsweise im Namen von Valencias Studentenviertel Benimaclet enthalten ist, heißt auf arabisch „Söhne“.

1238 wurde Valencia schließlich von den Christen zurückerobert.

Welche Sprachen werden in Valencia gesprochen?

In Valencia werden zwei offiziell anerkannte Sprachen gesprochen: Das Kastilische, das allgemein als das „Spanische“ bezeichnet und als Fremdsprache gelernt wird, und das Valencianische (Valenciano, Valencìa). Das Valenciano wurde 1982 zur zweiten amtlichen Sprache in der Autonomen Region Valencia erhoben. Sprachwissenschaftlich gesehen ist es eine Variante des Katalanischen, also keine eigenständige Sprache. Dennoch wird manchmal in politischen Kontexten behauptet, dass das Valenciano eine eigene Sprache sei. Damit möchte man ausdrücken, dass Valencia unabhängig von Katalonien ist und eine eigene Kultur und Geschichte hat. Heutzutage wird das Valenciano stark gefördert und häufig gesprochen. Circa 50 Prozent der valencianischen Bevölkerung spricht heute die Regionalsprache und alle öffentlichen Schreiben müssen in beiden Amtssprachen verfasst sein.

Welche regionalen Feste werden in Valencia gefeiert?

In Valencia werden über das ganze Jahr viele regionale Feste gefeiert.

Das wichtigste Fest für die Valencianos ist das Frühlingsfest, die Fallas. Die Fallas beginnen schon Ende Februar, vom 15. bis zum 19. März sind allerdings die Hauptfeiertage. Während der Fallas feiert man St. Josef, dessen Namenstag der 19. März ist. Gleichzeitig wird am 19. März auch in ganz Spanien der Vatertag gefeiert. Der Ursprung der Fallas liegt darin, dass die Schreiner zu Ehren ihres Schutzpatrons, St. Josef, Feuer aus Holzresten vor ihren Werkstätten anzündeten. Aus diesen Holzresten entwickelten sich mit der Zeit die Fallas-Monumente, meterhohe und farbenfrohe Skulpturen aus Holz, Pappmaschee und Styropor, die aktuelle Themen und Persönlichkeiten darstellen. Etwa 700 dieser Skulpturen werden während der Fallas in der ganzen Stadt aufgebaut und bleiben bis zur Feuernacht am 19. März stehen. In dieser Nacht werden alle Fallas-Monumente unter großem Lärm abgebrannt und so der Winter verabschiedet.

Am 24. Juni wird in Valencia der Geburtstag von San Juan, Johannes dem Täufer, gefeiert. In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni, der Noche de San Juan, versammeln sich die Valencianos an den Stränden der Stadt, um im Mittelmeer zu baden und über Lagerfeuer zu springen. Außerdem wird am 24. Juni neben dem Geburtstag von San Juan auch die Sommersonnenwende gefeiert.

Ein etwas kurioses Fest ist die Tomatina Buñol, die am letzten Mittwoch im August gefeiert wird. In Buñol, das 38 Kilometer von Valencia entfernt liegt, wird an diesem Tag die Tomatenschlacht gefeiert, bei der die Menschen Tonnen an überreifen Tomaten auf die Straße kippen. Für das Spektakel muss man sich allerdings Eintrittskarten sichern und Taucherbrille sowie alte Kleidung sollten auch nicht fehlen.

Am 9. Oktober wird der Feiertag der Valencianischen Gemeinschaft, der Nou d‘Octubre, begangen. Am 9. Oktober 1238 wurde Valencia von den Mauren zurückerobert. Heute wird der Nou d‘Octubre mit Feuerwerken, Konzerten und Umzügen gefeiert. Der 9. Oktober ist gleichzeitg auch der Valencianische Valentinstag.

Und damit ist der erste Teil meines Artikels über Valencia auch schon zu Ende. Ich hoffe, ich habe Euch etwas über die Stadt berichten können, das Ihr noch nicht wusstet. Seid gespannt auf den zweiten Teil, denn in dem geht es um Paella, Orangen und die Puente de las Flores (Blumenbrücke).

Quellen:

Informationen

  • Text: Sara Schneider
  • Foto: Sara Schneider
  • Datum: 05. Juli 2020
  • Kategorie: Bildung Kultur Ratgeber