Gefährliche Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten

Jeder von uns benutzt Kosmetik täglich in irgendeiner Form. Duschgel, Gesichtscreme, Lippenstift, Aftershave,… Nicht selten häuft sich mit der Zeit ein ganzes Sammelsurium an Produkten an. Doch was genau sie sich auf Haut und Haare schmieren, wissen die Wenigsten.

Die Kosmetikbranche boomt. Mehr als 14 Milliarden Euro gaben die Deutschen 2019 für Körperpflege-Produkte und Kosmetik aus - und der Konsum scheint immer weiter zuzunehmen. Seit 2014 steigen laut dem Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. die Ausgaben jährlich um durchschnittlich 1,5%. Bei der Auswahl der Produkte sind für Käufer insbesondere die Qualität und das Preis-Leistungs-Verhältnis wichtige Entscheidungskriterien. Dass die Inhaltsstoffe das Produkt im Endeffekt ausmachen, bedenken die Wenigsten. Laut einer Studie von QVC und Statista gaben nur 21% der Befragten an, dass die Inhaltsstoffe eines Produktes ihre Kaufentscheidung beeinflussen.

Doch gerade diese bringen gewisse Risiken mit sich. Parabene beispielsweise, die in einem Drittel aller Kosmetikprodukte enthalten sind, können hormonell auf den Körper wirken und stehen unter anderem im Verdacht, einen früheren Eintritt der Pubertät hervorzurufen oder zu Missbildungen von Embryos zu führen. Einige Parabene, wie z .B. das Benzylparaben, wurden bereits 2014 von der EU verboten. Andere, die als weniger gefährlich eingeschätzt werden, sind im Rahmen von Grenzwerten weiterhin als Inhaltstoffe erlaubt. Gefahr besteht dennoch, da sich durch die Verwendung mehrerer Produkte in Kombination die Paraben-Anteile summieren und so doch in schädlichen Mengen aufgenommen werden können. Gerade Produkte für Augen und Lippen können gefährlich werden, da diese über die Schleimhäute oder den Mund direkt in den Körper gelangen.

Doch wenn Parabene so gefährlich sein können, warum sind sie dann in so vielen Produkten enthalten?

Parabene agieren als Konservierungsstoffe. Sie machen die Kosmetik also länger haltbar und sorgen dafür, dass sich beispielsweise keine Schimmelpilze bilden. Der Grund, weswegen man sie trotz der Risiken als Inhaltsstoff verwendet, ist, dass bisher keine Alternativen gefunden wurden.

So können wir uns vor potenziell gefährlichen Inhaltsstoffen schützen

Wer sich vor gefährlichen Inhaltsstoffen wie Parabenen schützen will, sollte vor dem Kauf die Inhaltsstoffe prüfen. Diese stehen jedoch meistens in unverständlichen lateinischen Fachbegriffen auf der Packung. Bei der Entschlüsselung können Apps wie CodeCheck und ToxFox helfen, die dem Konsumenten anzeigen, ob gefährliche Inhaltsstoffe enthalten sind und wie hoch deren Risiko einzuschätzen ist. Um Parabene in Kosmetik zu umgehen, kann man auch auf Naturkosmetik zurückgreifen. In der Naturkosmetik werden meist Alkohole anstelle von Parabenen als Konservierungsmittel benutzt. Allerdings muss man auch hier darauf achten, dass es sich um einen Fettalkohol handelt, der die Haut pflegt und nicht austrocknet, wie es aggressive Alkohole wie etwa Ethanol es tun. Es empfiehlt sich also auch bei Naturkosmetik, die Inhaltstoffe zu kontrollieren. Wer die Aufnahme von bedenklichen Inhaltsstoffen bestmöglich minimieren will, sollte sich auf ein Basis-Repertoire an Produkten mit sicheren Inhaltsstoffen beschränken. Denn umso weniger Produkte konsumiert werden, umso weniger gefährliche Inhaltsstoffe können sich summieren und dem Körper schaden.

Quellen
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Informationen

  • Text: Victoria Schmidt
  • Foto: Victoria Schmidt
  • Datum: 26. Juli 2020
  • Kategorie: Bildung Ratgeber