G wie Grillen und G wie Gemüse

In Zeiten von Fridays For Future, Ökoland von ALDI und Baumpatenschaften für’s Kölner Stadtgrün kommt zunehmend Gemüse auf den Grill. Doch welche Gemüsesorten eignen sich und was gilt es zu beachten? Ein kleiner Überblick.

Es ist Sommer und das heißt für viele von uns: Grill anschmeißen und ab an den Grill.


Bisher stand viele Jahrzehnte außer Frage, dass sich der Ausspruch „Wir grillen“ auf Fleisch beziehen und am Ende der Tisch mit Würstchen, Steaks und Hähnchenbrust gedeckt sein würde. Aber Ihr werdet es bemerkt haben: Die Zeiten ändern sich. Inzwischen leben wir einer Zeit, wo freitags tausende Schüler, Studenten und Omas für einen grünen und lebenswerten Planeten auf die Straße gehen. In einem sich wandelnden Klima, in dem die Stadt Köln auf Baumpaten setzt, die den Bäumen durch das ehrenamtliche Befüllen von Wassersäcken durch den abermals zu trockenen Sommer helfen. Eine Welt, in der Biolabels auch bei ALDI und LIDL angekommen sind und so bezieht sich der Ausspruch „Wir grillen“ inzwischen zunehmend auch auf Gemüse!

 

Zeit also, um mal einen genaueren Blick darauf zu werfen, welche Gemüse sich zum Grillen eignen und was man dabei beachten sollte.


Die besondere Note: das Grillaroma!

Nicht nur Fleisch schmeckt anders, wenn es gegrillt wird. Auch Gemüse wird durch die Grillaromen besonders aromatisch. Legt man es im trockenen Zustand auf den Rost, wird es außerdem schön knusprig von außen und bleibt trotzdem saftig von innen.


Sag mir: Wie weich ist Dein Gemüse?

Im Prinzip eignet sich jedes Gemüse zum Grillen und sogar Salat und Obst! Allerdings ist im Hinblick auf die Zubereitung zwischen weichen und harten Gemüsesorten zu unterscheiden.

Zu den harten Gemüsesorten zählen Kartoffeln, Süßkartoffeln, Möhren, Maiskolben, Kohlrabi oder Kürbis. Bei ihnen lohnt es sich, sie eine kurze Zeit vorzukochen, dann werden sie schneller gar und brennen weniger an. Alternativ kann man sie in dünnere Scheiben schneiden und wie ein Stück Steak unter mehrmaligem Wenden grillen.


Pur oder in Marinade: in beiden Fällen ein Genuss

Wie auch beim Steak gilt hier: Legt man das Gemüse vorher in Marinade ein, kann man den Eigengeschmack noch gezielter hervorheben. Hierzu passt beispielsweise eine Marinade aus Kräuter der Provence für Kartoffeln oder Curry-Sesamöl-Marinade für Möhren. Besonders gut eignen sich hierfür hitzebeständige Öle wie Sesam-, Kokos-, Soja, Raps- oder Erdnussöl. Aber auch ohne Marinade werdet Ihr merken, dass der Eigengeschmack in gegrilltem Zustand noch mehr hervortritt und der Gemüsesaft ein wahrer Genuss ist.


Von A wie Avocado bis Z wie Zucchini


Die weichen Gemüsesorten zeichnen sich durch ihre besonders kurze Garzeit aus. Auch sie können in Scheiben geschnitten, einfach halbiert oder am Stück auf den Rost gelegt werden. Grundsätzlich gilt, dass das Gemüse gar ist, wenn es warm ist und auf jeden Fall, wenn es gut riecht. Konkret ist das bei Zucchini und Aubergine in Scheiben nach ca. vier bis fünf Minuten von jeder Seite der Fall. Mit der Schnittfläche nach unten braucht Paprika ebenfalls fünf Minuten und Avocado ca. vier Minuten. Die kommt mit Schale, halbiert und ohne Kern auf den Rost. Spargel braucht mit fünf bis zehn Minuten etwas länger. Wer nun Angst hat, ihn zu früh vom Rost zu nehmen, dem sei gesagt, dass man Spargel auch wunderbar roh genießen kann. Generell ist das ein klarer Vorteil von vielen Gemüsesorten gegenüber Fleisch. Auch Tomaten eignen sich hervorragend für den Grill, wobei ihre Garzeit je nach Größe variiert. Spätestens wenn sie anfangen leicht schrumpelig zu werden, sind sie bereit für den Teller. Ein besonderer Tipp: Eine Prise Vanille oben drauf verspricht ein wahres Geschmackserlebnis. Aber Vorsicht: Der Saft der Tomaten ist nicht nur köstlich fruchtig, sondern auch sehr heiß.

Die Liste könnte noch weiter fortgesetzt werden mit Blumenkohl, Brokkoli oder Fenchel. Für diejenigen, die auch im Winter nicht vom Grillen zurückschrecken, sei außerdem Wintergemüse wie Rosenkohl, Grünkohl, Rot- und Weißkraut sowie Artischocken und Sellerie empfohlen. Und was ist jetzt mit dem Salat? Man nehme Chicorée, schneide den Strunk heraus und lasse ihn drei bis vier Minuten von beiden Seiten anschmoren. Fertig!


Pur oder gefüllt – werdet kreativ!


Natürlich kann man Chicorée, Zucchini oder Paprika auch füllen. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Dafür das gefüllte Gemüse bei sanfter Hitze so lange garen, bis die Füllung heiß ist. Damit das Grillgut nicht durch den Rost fällt, könnt Ihr es auch in eine Grillschale legen. Aluschalen solltet Ihr dafür übrigens nicht verwenden, weil sie insbesondere in Kombination mit Säure und Salz giftige Stoffe abgeben können. Besser eignen sich dafür sogenanntes Grillpapier oder ein Grillkorb aus Edelstahl.


Gegrilltes Dessert


Zu guter Letzt: Schon einmal gebackene Banane beim Asiaten gegessen? Nicht nur Banane, auch andere Obstsorten sind gegrillt ein hervorragendes Dessert. So kann die Sommervariante des Bratapfels der Grillapfel werden. Aber auch Aprikosen, Birnen, Trauben oder Melonen versprechen eine völlig neue Grillerfahrung, um nur einige zu nennen.


Es bleibt festzuhalten, dass die klassischen Würstchen, Steaks und Hähnchenbrüste kaum mit der Vielfalt an grillbarem Salat, Gemüse und Obst mithalten können.


In diesem Sinne: Gemüsefach geplündert und ran an den Grill!


Quellen:

Informationen

  • Text: Kareen Vieweg
  • Foto: Kareen Vieweg
  • Datum: 27. Juli 2020
  • Kategorie: Ratgeber