Studium auf lange Sicht? Nicht die beste Alternative!

Die Corona-Pandemie ist vielen Menschen ein Dorn im Auge. Auch Studierende bekommen die Konsequenzen zu spüren und mussten in den letzten Monaten mit harten Bandagen kämpfen, um ihr Studium zu meistern. Bei einigen Studieren bleiben Verständnisfragen offen, während andere im Sprachunterricht das akzentfreie Sprechen trainieren und auf Lehrer angewiesen sind, die sie auf Aussprachefehler hinweisen.

Präsenzveranstaltungen stehen eine Zeit lang nicht in Aussicht. Das Online-Studium prägt nun den Alltag der Studierenden. So können sich Hochschüler ihre Zeit selbst frei einteilen. Ein großer Vorteil ist auch, dass sie sich die An- und Abreise sparen.

Für den einen oder anderen Morgenmuffel, der sich in seinem Schneckenhaus verkriechen möchte, mag das Home Office vielleicht eine gute Alternative sein, auf Dauer birgt es jedoch Nachteile. Studierende fühlen sich mit dem Stapel an Lernbüchern allein gelassen.

"Die persönliche Interaktion fehlt. Bei vielen Studierenden bleiben Fragen offen. Wir sind das digitale Lernen nicht gewohnt", so Fatima Remli, eine Studierende der Nachhaltigen Sozialpolitik.

Soziale Interaktionen sollen laut Befunden von Jülicher Neurowissenschaftlern das Belohnungssystem im Gehirn aktivieren (vgl. Forschungszentrum Jülich). Hochschüler brauchen die persönliche Kommunikation, um sich für das Lernen zu motivieren. Zuhause vor dem Computer auszuharren und sich von der Menschenmasse abzugrenzen, ist auf Dauer nicht unbedingt vorteilhaft.

Ferner tun sich auch einige Studierende schwer damit, den inneren Schweinehund zu überwinden: "Das Fernstudium erfordert Disziplin. Wer Zuhause bleibt, könnte abgelenkt werden.", berichtet Nour El Agha, Abiturientin.

Zur Beginn der Pandemie sind die Unterrichtszeiten in der Schule ausgefallen und so stellte sich Nour den Herausforderungen des Online-Studiums: "Es ist nicht leicht, wenn Schüler allein auf sich gestellt sind. Es gibt keine Lehrer, die Schüler bei Fremdsprachen auf Aussprachefehler hinweisen können.".

Darüber hinaus schränken Konzentrationsprobleme die Lernfähigkeit ein. Es gibt Hochschüler, die im Hörsaal während einer Präsensveranstaltung aufgeweckter sind als im eigenen Zimmer. Sonja Howard, Studierende der Nachhaltigen Sozialpolitik und Jahrgangssprecherin berichtet über ihre Erfahrungen: "Ich konnte den inneren Schweinehund überwinden, die häuslichen Aktivitäten lockten mich aus der Komfortzone heraus. Dennoch vermisse ich die Präsensveranstaltungen, denn im Hörsaal konnte ich dem Dozenten besser folgen als in einer Videoaufzeichnung.", so die Jahrgangssprecherin.

Da es nun Studierende gibt, die ihre Meinung bekunden, könnten Professoren Überlegungen anstellen, welche alternativen Möglichkeiten sie Hochschülern anbieten können. So wäre es angebracht, die Fragen der Studierenden zu sammeln und diese in einer Videoaufzeichnung zu beantworten. Das Fernstudium hat zwar seine Nachteile, Professoren könnten aber dadurch Ideen für bessere digitale Unterrichtseinheiten entwickeln.

Quellen:

Informationen

  • Text: Miriam El Agha
  • Foto: Miriam El Agha
  • Datum: 13. September 2020
  • Kategorie: Bildung