Warum ist Puzzeln so beliebt und gut für unsere geistige Gesundheit?

Wenn man Puzzeln sagt, denken viele direkt, dass es langweilig oder nur für Kinder und Rentner sei. Dabei ist Puzzeln ein Hobby, das in allen Altersschichten vertreten ist. Gerade Erwachsene zwischen 20 und 50, die berufstätig sind und mitten im Leben stehen, nutzen es gerne als Auszeit oder zum Entspannen. Doch warum ist Puzzlen so entspannend und hält uns geistig fit?

Bereits seit dem 18. Jahrhundert gibt es Puzzle in der Form, in der wir es heute kennen. Das Wort „Puzzle“ kommt aus dem Englischen und bedeutet Rätsel. Bei diesem Geduldsspiel muss man kleine Teile zu einem größeren Bild zusammensetzen. Dabei gibt es verschiedene Größen und Schwierigkeitsgrade, zum Beispiel 500 Teile für Anfänger, 1000, 2000 oder sogar 40.000 Teile. Auch 3D-Puzzle zum Beispiel vom Eifelturm, Puzzlepyramiden, Puzzlebälle oder Exit-Puzzle gibt es. Diese sind ein Escape-Room für zu Hause, bei dem ein Rätsel gelöst werden muss.

Zudem gibt es viele verschiedene Motive. Landschaftsmotive, Panoramaaufnahmen, Bilder von Metropolen wie Paris oder London und Kollagen mit vielen Details sind überall auf der Welt beliebt. In England und in den USA werden besonders oft illustrierte, nostalgische Motive verkauft, in Japan liegt der Trend bei weniger Teilen.

Doch welche positiven Auswirkungen hat Puzzeln?
Beim Puzzeln werden beide Gehirnhälften genutzt. Die linke ist verantwortlich für logisches und analytisches Denken und tritt beim Sortieren der Teile in Kraft. Die rechte Gehirnhälfte ist für Kreativität zuständig und wird bereits beim Betrachten des Bildes angeregt. Wenn beide Gehirnhälften gleichzeitig genutzt werden, verstärkt das die Bindung zwischen den Gehirnzellen und ihre Effizienz und Kapazität werden erhöht. Dadurch sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, an Demenz oder Alzheimer zu erkranken.

Des Weiteren werden die Konzentrationsfähigkeit und das Erinnerungsvermögen, vor allem des Kurzzeitgedächtnisses, erhöht. Das Durchhaltevermögen und die Geduld werden gesteigert, zudem steigt die Frustrationstoleranz, da es mitunter lange dauern kann, bis man das passende Teil findet. Das Vorstellungs- und Kombinationsvermögen werden verbessert, da man sich vorstellen muss, welche Teile zusammengehören.

Puzzeln ist aber auch gut für unsere Psyche, da wir uns klar auf eine Aufgabe fokussieren können. Diese Herausforderung trauen wir uns zu, auch wenn noch nicht genau klar ist, wie lange es dauert. Zudem sieht man Teilerfolge sofort, zum Beispiel, wenn man endlich das lange gesuchte Puzzleteil findet und die Lücke füllt. Dabei entsteht Dopamin, ein Glückshormon, und das Belohnungssystem im Gehirn wird aktiviert. Gerade deshalb ist das Puzzeln ein Gute-Laune-Garant. Wenn man das Ziel dann erreicht und das Puzzle beendet hat, erntet man dafür Anerkennung. Dadurch steigt auch das eigene Selbstbewusstsein.

Außerdem entschleunigt Puzzeln den Geist, da man in Ruhe etwas entstehen lassen kann und nicht, wie so oft im Leben, eine Zeitvorgabe hat. Gleichzeitig wird das Smartphone auf Seite gelegt, sodass man Ruhe hat und abschalten kann.

Zusammenfassend steigert puzzeln nicht nur feinmotorische und kognitive Fähigkeiten wie die Konzentrationsfähigkeit, sondern auch das Selbstbewusstsein. Durch das Zusammenstecken der Puzzleteile ist der Fortschritt genau zu sehen und Teilerfolge können gefeiert werden. Zudem hilft es, sich von realen Ängsten abzulenken, wie es zurzeit zum Beispiel von der Corona-Krise. Deshalb wird es auch in der Psychotherapie eingesetzt.

Daher kann man empfehlen, dass jeder sich die Zeit für ein Puzzle nimmt, um sich Ablenkung vom Alltag zu holen und sich zu entspannen. Dabei ist es ganz egal, in welchem Alter oder mit wie vielen Teilen man anfängt. Die Hauptsache ist doch, dass man dabei Spaß hat.

Quellen:

Informationen

  • Text: Linda Schöne
  • Foto: Linda Schöne
  • Datum: 13. September 2020
  • Kategorie: Ratgeber