Welchen Einfluss hat Fleischkonsum auf Klima, Umwelt, Tier- und Menschenrechte?

Pro Einwohner werden im Jahr ca. 60 kg Fleisch in Deutschland konsumiert. Besonders beliebt sind Schweine- und Geflügelfleisch. Obwohl in Deutschland laut Proveg ca. acht Millionen Vegetarier und Veganer leben und die Tendenz steigend ist, werden trotzdem bis zu 1.094 Tiere vom durchschnittlichen Deutschen im Laufe eines Lebens verzehrt. Den meisten Deutschen fallen die Auswirkungen ihres Essverhaltens vielleicht gar nicht auf, doch mit dem Fleischkonsum geht die Verletzung der Tierrechte sowie der Menschenrechte einher und er schadet dem Klima- und Umweltschutz.

Die drei bedeutendsten Auswirkungen des Fleischkonsums

Tierschutz und Tierrechte
Der größte Anteil der Fleischproduktion stammt aus Betrieben der Massentierhaltung. Auf den ersten Blick wird das Ausmaß der Ausbeutung der sogenannten Nutztiere nicht deutlich.
Das liegt daran, dass die Fleischproduktion hinter hohen Mauern und fernab von Städten und Dörfern geschieht. Man möchte ja nicht potenzielle Kunden mit dem Gestank abschrecken.

Schon beim Transport der Tiere zu einem Schlachthof kommen viele Tiere ums Leben, meist aufgrund eines Kreislaufkollaps. In den Schlachthöfen selbst ist es nicht besser. Tiere werden lebendig an den Beinen aufgehängt und es wird auf ihren Tod gewartet. Manche Kühe oder Schweine beginnen zu treten, sich zu wehren, bis sie ruhiggestellt werden.

Die Tierärztin Christiane M. Haupt hat folgendes über Ihre Erfahrungen in der Tierindustrie gesagt: "... Diese Kommentare. Diese Gleichgültigkeit. Diese Selbstverständlichkeit des Mordens. Ich möchte, ich muss sprechen, es mir von der Seele reden. Ich ersticke daran. Von dem Schwein möchte ich erzählen, das nicht mehr laufen konnte, mit gegrätschten Hinterbeinen da saß. Das sie solange traten und schlugen, bis sie es in die Tötungsbox hinein geprügelt hatten...". Sie fährt fort: "… Ich möchte von den Rinderschlachttagen erzählen, von den sanften braunen Augen, die so voller Panik sind. Von den Fluchtversuchen, von all den Schlägen und Flüchen, bis das unselige Tier endlich im eisernen Pferch zum Bolzenschuss bereit steht, mit Panoramablick auf die Halle, wo die Artgenossen gehäutet und zerstückelt werden…"(https://www.provegan.info/fileadmin/pdf/broschuere-vegan.pdf).

Viele Deutsche kaufen aus diesen Gründen Biofleisch. Doch laut Proveg werden Bio-Tiere in den gleichen Schlachthöfen um ihr Leben gebracht und sind demselben Terror wie alle anderen Tiere ausgesetzt. Proveg meint, dass Bio bei Tierprodukten letztendlich nichts weiter als ein Marketingtrick ist.

Der Journalist Ingolf Bossenz brachte es in einem Artikel auf den Punkt: "Tierschutz im bürgerlichen Staat ist schließlich klar definiert. Wer mit der einen Hand seinen Hund krault und sich mit der andern ein Schnitzel reinschiebt, entspricht dem schizophrenen Idealbild."(https://www.provegan.info/fileadmin/pdf/broschuere-vegan.pdf).

Menschenrechte:
Weltweit hungern etwa 1 Milliarden Menschen, es sterben 30 Millionen Menschen an Hunger pro Jahr. Woran liegt das und was hat es mit dem Konsum von Fleisch zu tun?

Laut ProVegan werden ca. 40% der weltweit gefangen Fische, ca. 50% der weltweiten Getreideernten und ca. 90% der weltweiten Sojaernte an die “Nutztiere” verfüttert! Es sterben täglich bis zu 43.000 Kinder an Hunger, selbst wenn sie eigentlich in Ländern leben, die einen Nahrungsüberschuss produzieren, denn der Getreideüberschuss wird an Tiere verfüttert, bzw. exportiert. In Guatemala zum Beispiel sind etwa 75% der Kinder unter fünf Jahren unterernährt. Trotz alledem werden jährlich über 17.000 Tonnen Fleisch für den Export in die USA produziert.

Dr. W. Bello, Direktor des “Institute for Food and Development Policy” spricht folgendes an: "... gibt es genug Nahrung auf der Welt für alle. Aber tragischerweise wird ein Großteil der Nahrung und Fläche der Welt dazu benutzt, Rinder und andere Nutztiere zu erzeugen - also Nahrung für die Reichen - während Millionen Kinder und Erwachsene an Fehl- und Unterernährung leiden."(https://www.provegan.info/fileadmin/pdf/broschuere-vegan.pdf).

Ein Zitat von Jean Ziegler, ehemaliger Schweizer Nationalrat und UNO-Sonderbeauftragter, für das Recht auf Nahrung: "Die weltweite Getreideernte ist rund 2 Milliarden Tonnen pro Jahr. Über 500.000 werden dem Vieh der reichen Nationen verfüttert – während in den 122 Ländern der Dritten Welt pro Tag nach UNO-Statistik 43.000 Kinder an Hunger sterben. Diesen fürchterlichen Massenmord will ich nicht mehr mitmachen: kein Fleisch zu essen ist ein minimaler Anfang."..."Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet."(https://www.provegan.info/fileadmin/pdf/broschuere-vegan.pdf).

Klima- und Umweltschutz:
Fleischkonsum ist eine ausschlaggebende Ursache der Globalen Erwärmung. Die meisten Menschen denken, dass Kohlenstoffdioxid unser größtes Problem ist, allerdings sind die Treibhausgase Lachgas und Methan weitaus schädlicher für unser Klima. Diese schädlichen Gase werden durch die Erzeugung und den Konsum tierischer Lebensmittel hervorgerufen. Laut nutri-plus sind etwa 14,5 Prozent der Treibhausgase durch Viehhaltung erzeugt.

Inwiefern sind Treibhausgase schlecht für unsere Umwelt?
Ganz einfach, durch Treibhausgase wird die Durchschnittstemperatur in unserer Atmosphäre und die unserer Meere stark erhöht.
Dies bringt das häufigere Auftreten von Umweltkatastrophen mit sich.

Treibhausgase werden zum Beispiel durch die Massentierhaltung von Kühen verstärkt. Kühe produzieren durchschnittlich 200 bis 300 Liter Methan pro Tag. Die Forscher vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt, gehen von einer Methan Erhöhung von 4,5 Prozent in den nächsten 30 Jahren aus. Peter Manning, einer der Forscher meinte: "Wenn man jetzt noch bedenkt, dass die Viehbestände drastisch steigen werden, könnte Vieh im Jahr 2050 Methan in einer Menge emittieren, die dem Erwärmungspotential von 4,7 Giga Tonnen Kohlenstoffdioxid entspricht. Das wäre ein über 70 Prozent höherer Wert als zum gegenwärtigen Zeitpunkt."(https://bit.ly/33Jh98a).
Ein solches Verhältnis kann zu einer dauerhaften globalen Erwärmung führen und unser Ökosystem damit erheblich ins Ungleichgewicht bringen.

Fazit
Fleischkonsum hat zahlreiche negative Einflüsse auf unsere unmittelbare Umgebung. Zum Beispiel das Leid, das durch die Ausbeutung der Tiere entsteht, die Menschenrechtsverletzung und nicht zu vergessen, die Zerstörung unseres Planeten. Verzicht ist schwer, aber jeder Konsument kann bei seinem nächsten Einkauf genau überlegen, wo das Fleisch herkommt und wie es hergestellt wurde. Eine Alternative zum üblichen Discounter wäre der nächstgelegene Metzger oder auch ein (Bio-) Bauer in Ihrer Nähe.

Quellen:

Informationen

  • Text: Maria Emmerich
  • Foto: Maria Emmerich
  • Datum: 20. September 2020
  • Kategorie: Bildung Politik