Ernährungsmythen aufgedeckt! – Teil 1

Vitamin C schützt vor Erkältungen und Schokolade macht glücklich. Bereits im Kindesalter bekommen wir verschiedene Ernährungsmythen durch unser Umfeld oder die Medien beigebracht. Doch welche Ernährungsmythen sind heutzutage noch wahr und welche konnten mittlerweile widerlegt werden?

"Abends essen macht dick"
Fast jeder hat diesen Satz bestimmt schon einmal gehört: „Wenn du abnehmen möchtest, dann solltest du nach 18 Uhr nichts mehr essen“. Doch was ist eigentlich dran an diesem Mythos? Zunächst einmal solltet Ihr wissen, dass dieser Mythos (oder auch Abnehmtipp) falsch ist. Unser Körper selbst weiß nämlich nicht wie spät es ist, wenn wir essen. Viel eher entscheidet die gesamte aufgenommene Kalorienmenge am Tag darüber, ob Ihr zu- oder abnehmt. Wer also den ganzen Tag über nur eine leichte Kost hatte oder bedingt durch die Arbeit gar nicht erst zum Essen kam, nimmt durch eine Mahlzeit nach 18 Uhr nicht zu.
Dennoch gilt: Das Abendessen vor dem Schlafengehen sollte nicht zu üppig sein, damit die Verdauung nicht belastet wird. Einschlafen mit vollem Magen könnte nämlich dafür sorgen, dass der Körper nicht richtig zur Ruhe kommt.

Schokolade macht (nicht) glücklich
Seit vielen Jahren wird behauptet, dass Schokolade glücklich macht und unser Gehirn positiv stimuliert. Der Grund: Serotonin. Das sogenannte „Glückshormon“, das für unsere Stimmung verantwortlich ist. Allerdings fanden Forscher heraus, dass in der Schokolade selbst kein Serotonin enthalten ist, sondern der Eiweißbaustein Tryptophan. Sobald Tryptophan im Körper abgebaut wird, entsteht Serotonin. Doch die Dosis des Tryptophans ist so gering, dass der Effekt der Glücksnahrung wissenschaftlich nicht nachweisbar ist.

Zudem ist der Eiweißbaustein Tryptophan in jedem Protein enthalten. So enthält ein Frühstücksei beispielsweise mehr Tryptophan als Schokolade – weshalb gilt ein Frühstücksei dann also nicht als Glücksnahrung? Kurz und knapp: Auch dieser Mythos ist falsch.

Der Mythos um den Traubenzucker
Traubenzucker besteht aus Trauben, oder? Schließlich verrät der Name das ja schon. Heutzutage trifft das allerdings nicht mehr ganz zu. Mittlerweile wird Traubenzucker aus anderen Lebensmitteln gewonnen. Bei der Herstellung von Traubenzucker wird die Stärke aus Weizen, Kartoffeln und Mais genommen und zerkleinert. Dabei werden die einzelnen Zuckermoleküle zerlegt, die aus Glucose bestehen. Und wie nennt man Glucose umgangssprachlich? Richtig, Traubenzucker. Traubenzucker ist – und besteht – also aus nichts anderem als Glucose.

Vitamin C schützt vor Erkältungen
Auch dieser altbekannte Mythos ist falsch. Eine Gruppe internationaler Wissenschaftler fand nämlich heraus, dass die Einnahme von Vitamin C keinen Einfluss auf die Entstehung einer Erkältung hat. Allerdings konnte nachgewiesen werden, dass Vitamin C einen Einfluss auf die Beschwerden einer Erkrankung hat. So waren die Beschwerden der Probanden, welche vorsorglich Vitamin C (vor einer Erkältung) einnahmen, weniger stark ausgeprägt als die der Vergleichsgruppe. Zudem wurde festgestellt, dass der Erkältungszeitraum mithilfe der Einnahme von Vitamin C verkürzt werden kann.

Ernährungsmythen aufgedeckt! – Teil 2

Quellen:

Informationen

  • Text: Dilan Atmis
  • Foto: Dilan Atmis
  • Datum: 05. Oktober 2020
  • Kategorie: Ratgeber