Haben Elektroautos eine Zukunft auf deutschen Straßen?

Spätestens das Verbot von Dieselfahrzeugen auf manchen deutschen Straßen machte den Menschen deutlich, dass die Abgase gravierende Auswirkungen haben. Aber wie schädlich sind die Abgase wirklich und wie steht es mit den Elektroautos auf den deutschen Straßen?

Durch das Fahren eines Dieselfahrzeuges oder eines Benziners wird eine Vielzahl von Stoffen ausgestoßen, die negative Auswirkungen auf die Umwelt und auf uns Menschen haben. Autos stoßen nämlich Kohlenstoffdioxid, Kohlenmonoxid, Stickoxide, Schwefeldioxid und Rußpartikel aus. Das Einatmen solcher Schadstoffe kann beim Menschen zu Folgenden Problemen führen. Es kann beispielsweise zu Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit kommen, was unter anderem daran liegt, dass die Gase den Sauerstoff in der Luft verdrängen. Gravierendere Folgen, die durch das Einatmen solcher Schadstoffe hervorgerufen werden können, sind Herz-Kreislauf-Beschwerden, Atemstillstand oder Tumore. Zudem wird durch den Ausstoß solcher Schadstoffe die Luft verschmutzt und kann unter anderem zur Entstehung von Smog und saurem Regen führen. Außerdem wird die Klimaerwärmung durch die hohe Konzentration von Schadstoffen in der Luft begünstigt. Es fällt also auf, dass sowohl die Natur als auch wir Menschen unter der hohen Konzentration dieser Stoffe leiden.

In den vergangenen Jahren fiel auf, dass die Konzentration solcher Schadstoffe in der Atmosphäre auf vielen Straßen Deutschlands höher ist als von der Europäischen Union vorgesehen. Die Europäische Union hat nämlich im Jahr 1999 einen Grenzwert für Stickoxid aufgestellt, welcher auf den Straßen nicht überschritten werden sollte. Dieser Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Aufgrund dessen wurde in der Vergangenheit auch stetig über das Verbot von Dieselfahrzeugen diskutiert, da diese einen enorm hohen Ausstoß von Schadstoffen fabrizieren. Die Diskussion betraf unter anderem auch Bonn, da auch dort der Grenzwert von 2014 bis 2017 überschritten wurde. Die Messungen, bei denen der Grenzwert überschritten wurde, bezogen sich auf die Bornheimer Straße und auf die Reuterstraße. Der ADAC hat aber bekannt gegeben, dass Bonn zunächst noch nicht von dem Dieselfahrverbot betroffen ist. Dennoch gilt schon seit dem Januar ein Tempolimit von 30 auf der betroffenen Reuterstraße. Die Entwicklung der Abgaswerte hat sich aber vor allem in den letzten zwei Jahren zum Positiven verändert. Dennoch könnte man die Abgaswerte noch deutlich niedriger halten.

Das könnte unter anderem durch die Nutzung von Elektroautos erreicht werden. Denn obwohl deutsche Hersteller diese schon im Jahr 2013 auf den Markt gebracht haben, sieht man sie immer noch sehr selten auf den Straßen. Messungen im März ergaben, dass circa 140.000 Elektroautos in Deutschland auf den Straßen unterwegs sind. Das ist noch längst nicht die Masse, die erreicht werden soll. Dass sich viele noch nicht für Elektroautos entschieden haben, liegt womöglich daran, dass es noch viele Unklarheiten und Defizite in der Entwicklung dieser Autos gibt.

Ein Defizit ist beispielsweise, dass es nur wenige Ladestationen für Elektroautos gibt beziehungsweise kein dichtes Netz von Elektro-Tankstellen vorliegt. Außerdem dauert der Vorgang des Aufladens sehr lange. Eine Vollladung kann bis zu mehreren Stunden dauern. Mit dem Tanken eines Dieselfahrzeuges oder Benziners dauert ist man hingegen nur wenige Minuten beschäftigt. Ein weiterer Grund für die geringe Nutzung ist, dass der Preis von Elektroautos auch noch sehr hoch ist. Einer der wichtigsten Faktoren ist jedoch, dass Elektroautos im Betrieb zwar umweltfreundlich sind, in der Produktion aber die Umwelt stark belasten. Denn bei der Herstellung der Batteriezellen wird oftmals mehr CO2 freigesetzt als bei der Herstellung eines Verbrennungsmotors. Das Fahren von Elektroautos ist also umweltfreundlich, die Produktion dieser jedoch sehr schädlich.

Ein Vorteil von Elektroautos ist aber, dass sie keinerlei Schadstoffe ausstoßen. Außerdem sind Elektroautos nach dem Kauf 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreit und bringen geringe Unterhaltskosten mit sich.

Fazit
Es fällt also auf, dass die Entwicklung rund um die Elektroautos noch Lücken aufwirft, was womöglich einer der Hauptaspekte für die noch so geringe Nutzung dieser Autos ist. Vor den Unklarheiten, die es noch rund um die Elektroautos gibt, schrecken wahrscheinlich die meisten zurück. Es bleibt zu hoffen, dass die Probleme schnell behoben werden, da Industrie und Staat große Bemühungen für Elektroautos zeigen. Das zentrale Problem ist die schädliche Produktion von Elektroautos. Wenn dieses Problem aber schnellstmöglich behoben wird, denke und hoffe ich, dass die Elektroautos die Zukunft auf den Straßen sind und dadurch Natur und Mensch geschützt werden.

Quellen:

Informationen

  • Text: Julian Bachmann
  • Foto: Julian Bachmann
  • Datum: 09. Oktober 2020
  • Kategorie: Bildung Politik