Was passiert bei Schlafmangel mit unserem Körper und unserer Psyche?

Nächtlich plagt mich das Problem, nicht einschlafen zu können. Aus diesem Grund habe ich nach Methoden dagegen im Internet recherchiert, wobei ich auf einen interessanten Artikel zu dem Thema gestoßen bin. Dass Schlafmangel nicht nur zu Kopfschmerzen oder Müdigkeit, sondern auch zu Halluzinationen und letztendlich sogar zum Tod führen kann, hat in mir das Interesse geweckt. Doch obwohl all diese Auswirkungen weitestgehend bekannt sind, kommt heutzutage der Schlaf bei vielen Menschen zu kurz. Doch was passiert mit unserem Körper und unserer Psyche bei zu wenig Schlaf?

Durch die Erfindung der Elektrizität kann man heute auch die Nacht wie den Tag verbringen. Der Erfinder der Glühbirne, Thomas Alva Edison, hat dies nur noch vereinfacht. Doch zahlreiche, Menschenleben fordernde Unfälle, welche durch mangelnden Schlaf verursacht wurden, zeigen deutlich wie wichtig der Schlaf ist.

Beispielsweise forderte ein Flugzeugabsturz im Jahre 1999 217 Todesopfer. Dieser Absturz wurde auf technisches Versagen infolge fehlerhafter Wartungsarbeiten übermüdeter Flugzeugmechaniker zurückgeführt. Ebenso bei dem Unfall im Atomreaktor von Tschernobyl im April 1986 konnte man als Ursache ein übermüdetes Personal feststellen.

Dennoch ist Schlaf für die meisten Menschen selbstverständlich. Abends legt man sich entspannt in sein Bett, schläft ein und wacht am nächsten Tag ausgeruht wieder auf. Wie wichtig schlafen jedoch ist, ist den meisten Menschen nicht bewusst. Daher stellte ich mir die Frage, wie sich Schlafmangel auf den menschlichen Körper, die Psyche und das menschliche Gehirn auswirkt und aus welchem Grund der Schlaf ein lebenswichtiger Prozess für den Menschen ist.

Die erste Auswirkung ist vielen von euch bestimmt schon mal aufgefallen. Wenn man aus den verschiedensten Gründen zu wenig schläft, dann führt das oft zu einem verstärkten Hungergefühl. Das liegt daran, dass dieses Gefühl durch Hormone hervorgerufen wird. Schlafen wir zu wenig, schüttet unser Körper weniger Sättigungshormone und dafür mehr appetitanregende Hormone aus, wodurch wir ein verstärktes Verlangen vor allem nach süßem und fettigem Essen haben.

Das kann dann schnell zu einer weiteren Auswirkung von Schlafmangel führen und zwar die erhöhte Wahrscheinlichkeit an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Bei Diabetes handelt es sich um eine Krankheit, bei der der Blutzuckerspiegel erhöht ist. Das bedeutet, dass der Anteil an Glucose im Blut nicht im Normalbereich liegt, sondern darüber. Wichtig für die Blutzuckerregulierung ist das Hormon Insulin, welches dafür sorgt, dass der Blutzuckerspiegel sinkt. Durch ein dazu entwickeltes Experiment mit Hunden kam man zu dem Ergebnis, dass eine Nacht völligen Schlafentzugs dieselben Auswirkungen auf die Insulinempfindlichkeit mit sich bringt wie sechs Monate fettreiche Ernährung. Das zeigt also, dass ausreichend viel Schlaf wichtig für einen stabilen Blutzuckerspiegel und damit ein niedrigeres Risiko für Stoffwechselkrankheiten wie Fettleibigkeit und Diabetes ist.

Außerdem konnte durch eine weitere Studie festgestellt werden, dass Schlafmangel zu einer Schwächung des Immunsystems führt. Bei dieser Studie wurde einer Gruppe von Probanden eine Impfung gespritzt, aufgrund derer sich Antikörper bilden. Die Hälfte der Probanden hat in der darauffolgenden Nacht geschlafen, die andere nicht. Nach einer Woche wurden die Antikörperwerte im Blut der Probanden gemessen, wobei auffiel, dass bei den Teilnehmern mit Schlafmangel deutlich weniger Antikörper gebildet wurden als bei denen, die schlafen durften. Das zeigt also, dass wir gerade im Winter auf genügend Schlaf achten sollten, um uns vor Krankheiten zu schützen.

Des Weiteren ist es ratsam, beispielsweise vor einer wichtigen Prüfung, Präsentation oder ähnlichem genug Schlaf zu bekommen. Denn Schlafmangel führt in sehr vielen Fällen zu Konzentrationsschwächen und zu verfälschten Erinnerungen von gelernten Dingen. Außerdem führt fehlender Schlaf zu einer Erhöhung der Reizbarkeit, da unser Gehirn Neutrales von Wichtigem nicht mehr unterscheiden kann und man somit alle Eindrücke überemotional aufnimmt.

Wir alle haben immer mal wieder das Gefühl, dass wir zu viel Stress und zu wenig Zeit haben, um alles zu schaffen und dabei kommt der Schlaf leider oft zu kurz. Ich hoffe dieser Artikel konnte Euch zeigen, wie wichtig Schlaf eigentlich ist. Falls Ihr einige der Auswirkungen von Schlafmangel bei Euch feststellen konntet, dann überlegt doch mal ob Ihr die empfohlenen sieben bis acht Stunden pro Nacht schlaft. Denn um noch einmal zurück zu Edisons Annahme zu kommen, dass Schlaf verzichtbar sei: Ihr seht nun, wie wichtig er für unseren Körper und unsere Psyche ist und was für gesundheitsschädliche Auswirkungen Schlafmangel mit sich bringen kann.

Quellen:

Informationen

  • Text: Manon Metge
  • Foto: Manon Metge
  • Datum: 13. Oktober 2020
  • Kategorie: Bildung Ratgeber