Ernährungsmythen aufgedeckt! – Teil 2

In der letzten Reihe „Ernährungsmythen aufgedeckt!“ habe ich bereits über einige bekannte Ernährungsmythen gesprochen und diese aufgedeckt. Dabei wurde festgestellt: Schokolade macht doch nicht so glücklich wie gedacht und Vitamin C gilt schon lange nicht mehr als Heilmittel für Erkältungen. Doch wie sieht es eigentlich mit Mythen rund um Fleisch, Brot und Co. aus?

Der Mensch braucht (kein) Fleisch
Achja… die ewige Debatte um den Menschen und seinen benötigten Fleischkonsum. Zwar wächst die Anzahl der Vegetarier weltweit, dennoch wird oft behauptet, dass der Mensch auf Fleisch angewiesen ist. Dass es sich hierbei aber um einen veralteten Glauben handelt, wissen die wenigsten. Denn: Bei dem Lebensmittelangebot, das heutzutage herrscht, braucht der Mensch kein Fleisch. Die Nährstoffe und Proteine, die dem Körper durch den Verzicht auf Fleisch fehlen, können durch andere Lebensmittel ersetzt werden. Heutzutage gibt es für Veganer und Vegetarier eine bunte Auswahl an Alternativen, die nicht nur ressourcenschonend, sondern auch ethisch vertretbar hergestellt werden. Von Tofu, Seitan, Tempeh bis hin zu herkömmlichen Bohnen gibt es eine Vielzahl an alternativen Proteinquellen – auch das Veggie-Sortiment im Supermarkt wächst stetig. Der einzige Malus der veganen Ernährung ist die Schwierigkeit, den Bedarf an Vitamin B12 zu decken. Dieser Nährstoff findet sich nämlich nur in tierischen Lebensmitteln. Doch auch hier gibt es Alternativen und Hilfen. Um eine ausreichende Versorgung an Vitamin B12 sicherstellen zu können, sollten Veganer ein Vitamin B12-Präparat einnehmen.

Dunkles Brot ist gesünder als helles Brot
Prinzipiell ist dunkles Brot nicht immer gesünder. Ob ein Brot gesund ist, hängt vom Vollkoranteil ab. Zudem werden viele dunkle Brote durch die Zugabe bestimmter Zutaten gefärbt. Der Spruch „what you see is what you get“ trifft hier also nur bedingt zu. Um herauszufinden, ob und wieviel Vollkornanteil im Brot vorhanden ist, sollte ein näherer Blick auf die Zutatenliste geworfen werden. Laut dem Informationsdienst für Ernährung „food-monitor“ dürfen „nur Brote oder Brötchen, die aus mindestens 90 Prozent Roggen- oder Weizenvollkornerzeugnissen hergestellt sind, als Vollkornbrot bezeichnet werden. Dabei beziehen sich diese 90 Prozent auf den Getreideanteil des Brotes. Das heißt, 90 Prozent des enthaltenen Getreides muss Vollkornmehl oder-schrot sein.“ Dieser Mythos ist also nur bedingt richtig.

Karotten sind gut für die Augen – Grünkohl und Brokkoli aber auch.
Richtig! Wie aus dem Namen bereits abgeleitet werden kann, enthalten Karotten Betacarotin. Betacarotin ist ein Naturfarbstoff und zählt zur Gruppe der Carotinoide. Dieser Farbstoff schützt die Hornhaut und ermöglicht das Sehen im Dunkeln. Aber auch andere Früchte- und Gemüsesorten, wie beispielsweise Tomaten, Spinat, Mangos und Aprikosen, enthalten Betacarotin. Verglichen mit Karotten weisen sie allerdings eine viel geringere Menge auf. Doch trotz der Richtigkeit dieses Mythos gibt es andere Gemüsesorten, die die Augen weitaus besser schützen. So wurde herausgefunden, dass die enthaltenen Farbstoffe Lutein und Zeaxanthin in Grünkohl und Brokkoli besonders gut für die Augen sind. Lutein und Zeaxanthin gehören ebenfalls zur Gruppe der Carotinoide und schützen die Sehzellen. In vielen wissenschaftlichen Studien wurde herausgefunden, dass eine ausreichende Versorgung mit den Pigmenten möglicherweise das Risiko für die Entstehung einer altersbedingten Makuladegeneration und eines Grauen Stars reduzieren und deren Verlauf beeinflussen kann. Dennoch gilt: Bei der Einnahme von Betacarotin ist Vorsicht geboten! Eine zu hohe Dosierung kann gesundheitsschädlich sein. Zudem wurden Lutein und Zeaxanthin nicht ausreichend untersucht.

Zwiebeln sollten dunkel gelagert werden

Für viele Menschen sind Zwiebeln in der Küche kaum wegzudenken. Wie auch? Immerhin verleihen sie jedem Gericht das gewisse Aroma. Um Zwiebeln möglichst lange frisch zu halten, sollten sie dunkel gelagert werden. Dieser Mythos ist also richtig. Ein trockener, dunkler Kellerraum hält Zwiebeln länger frisch, während Licht und Feuchtigkeit bei den Knollen einen Keimungsprozess auslösen. Das hat wiederum zur Folge, dass das Innere der Zwiebel ganz weich wird. Ob das appetitlich ist, bleibt Geschmacksache.

Ernährungsmythen aufgedeckt! – Teil 1

Quellen:

Informationen

  • Text: Dilan Atmis
  • Foto: Dilan Atmis
  • Datum: 14. Oktober 2020
  • Kategorie: Ratgeber