Die Corona-Pandemie und Karneval im Jahr 2021

Frust, Unzufriedenheit und Enttäuschung anstelle von Ausgelassenheit, Spaß und Party? Dass der Karneval im Jahr 2021 wegen der Corona-Pandemie abgesagt wird, erschüttert nicht nur alle Karnevalsbegeisterten, die jährlich im Frühjahr die Rosenmontagszüge und unzähligen Bars und Brauhäuser besuchen, sondern auch sämtliche Entertainment-Unternehmen, Hotellerie, Gastronomie und nicht zu vergessen, die vielen Karnevals- und Tanzvereine.

Weder werden Rathäuser im Rheinland gestürmt, noch wird der Kölner Dom von vielen Karnevalsgästen bestaunt werden können. Stattdessen prägen leere Straßen schon in der Weihnachtszeit im letzten Jahr sämtliche Stadtbilder, Geschäfte bleiben zu und Gastronomie-Betriebe können aufgrund von finanziellen Einbußen ihre Pforten nicht mehr öffnen. Natürlich gibt es viele erschütternde Nachrichten und gerade in Bonn und der Umgebung wird der Ausfall von Karneval eine schmerzende Lücke hinterlassen. Aber steigende Todeszahlen, Inzidenzwerte und Opfer der Pandemie stehen alldem gegenüber und es ist mehr als angemessen, das gesellschaftliche Leben zu einem gewissen Grad runterzufahren.

„Nur zesamme sin mer Fastelovend“. So lautet das Kölsche Motto für die kommende Session 2020/21. Dass die alte Tradition in diesem Jahr gebrochen wird, der 11. November als klassischer und gefeierter Auftakt nicht stattfinden kann und sämtliche Kostüme in diesem Jahr in den Kleiderschränken hängen bleiben werden, spiegelt sich trotz allem in diesem Motto wieder. Und das Schlüsselwort hierbei ist nur ein einziges: Solidarität. Solidarität mit denjenigen, die sich im ersten und zweiten Lockdown für Mitbürger und Mitbürgerinnen eingesetzt haben; denjenigen, die Kranke gepflegt und Unterstützung geleistet haben, als alles in der Bundesrepublik sowie überall auf der Welt auf Sparflamme lief, um die Infektionszahlen zu drücken. Natürlich verleiten alle Einschränkungen dazu, stattdessen zum Alltag überzugehen, aber durch zahlreiche Kampagnen können zum Beispiel die sogenannten „Wohnzimmer-Konzerte“ auch an Karneval stattfinden, um der Frustration vorzubeugen und sich auf viele noch in den nächsten Jahren kommenden Karnevalsveranstaltungen zu freuen.

Eine große Anzahl an Menschen und Künstlern, die den Karneval zu einem akrobatischen Highlight machen, sind die Tanzgruppen, die auch über das Rheinland hinaus ihre Auftritte in schillernden Kostümen und einer großen Portion Leidenschaft erfolgreich meistern. Neben finanziellen Umständen und dem Druck, dass nächstes Jahr eigentlich Auftritte stattfinden müssten, um die Vereinskassen wieder aufzufüllen, macht sich vor allem ein Gefühl breit: Die Unzufriedenheit. Das größtenteils körperlich herausfordernde Training bleibt aus. Die ständig wechselnden Anweisungen zum weiteren Sessions-Verlauf und die Freunde, die nun nicht mehr regelmäßig gesehen werden können: All das bringt zudem auf persönlicher Ebene negative Emotionen zum Vorschein. Nichtsdestotrotz sollte aber nicht vergessen werden, dass durch Skype und Streaming-Möglichkeiten trotzdem Weihnachtsfeiern oder auch die ein oder andere Trainingseinheit nicht ausfallen müssen, auch, wenn dies nur ein kleiner Trost ist.

Was jedoch bleibt, ist vor allem die Zuversicht, dass alles auch wieder seinen richtigen Lauf nehmen wird. Dass die allgemeine Gesundheit wertgeschätzt wird und die Gesellschaft aufeinander Rücksicht nimmt. In solchen Zeiten hilft vor allem, stark zu sein für andere – aber auch für sich selbst. Wenn diese umfassende Hürde genommen wurde und man dann doch wieder unter Freunden und Familien sein kann, dann werden zum nächsten Jahr vielleicht schon wieder Karnevalslieder durch die Kölner Schildergasse tönen, es wird gefeiert und dann wird einem vielleicht nochmal mehr bewusst, dass gewisse Sachen im Leben nicht in der Weise selbstverständlich sind, wie wir bislang angenommen haben.

Quellen:

Informationen

  • Text: Katharina Breßler
  • Foto: Katharina Breßler
  • Datum: 05. Januar 2021
  • Kategorie: Kultur