Wie wir Vögeln im Winter helfen können

Wenn die kalte Jahreszeit im November beginnt, holen wir unsere Winterklamotten aus dem Schrank, drehen die Heizung auf und kuscheln uns mit einem Tee, Kakao oder Glühwein in eine Decke ein. Besonders schön ist es, wenn es anfängt zu schneien und man zusehen kann, wie die Welt draußen langsam weiß wird. Anders als wir Menschen haben es Tiere nicht so leicht im Winter. Wie überstehen sie den Winter und wie können wir ihnen dabei helfen?

Welche Vögel bleiben im Winter in Deutschland?
Viele Vogelarten in Deutschland sind Zugvögel. Wenn es zu kalt wird, fliegen sie in wärmere Gebiete im Süden, um dort den Winter zu verbringen. Erst im Frühling kehren sie nach Deutschland zurück. Es gibt aber auch Stand- oder Wintervögel, die das ganze Jahr in einem Gebiet verbringen. Dazu zählen zum Beispiel Singvögel wie Amseln oder Bergfinke, Meisen wie Blau- oder Kohlmeisen oder Elstern, Rabenkrähen und Ringeltauben. Zudem gibt es Invasionsvögel wie den Seidenschwanz. Das sind Vögel, die aus kälteren Gebieten aus dem Norden oder Osten nach Deutschland kommen, um hier den Winter zu verbringen. In den letzten Jahren haben immer mehr Zugvögel den Winter in Deutschland verbracht, da die Temperaturen milder geworden sind.

Viele Vögel ernähren sich normalerweise von Insekten. Da diese im Winter nicht genügend vorhanden sind, fressen sie Baum- oder Wildkräutersamen. Wenn es dann aber schneit, ist es schwierig für sie, noch Nahrung unter der Schneedecke zu finden. Es gibt aber einige Tipps, wie man den Vögeln im Winter helfen kann.

Nistkästen
Eine Möglichkeit ist es, Nistkästen aufzustellen. Diese helfen Vögeln, aber auch anderen Tieren wie Eichhörnchen oder Schmetterlingen, im Winter einen warmen Unterschlupf zu finden. Im Frühling nutzen Vögel sie dann, um ihre Eier auszubrüten. Diese Kästen sollte man zwei Mal im Jahr säubern. Einmal im Spätsommer, wenn die Brutsaison zu Ende ist, und einmal im Februar oder März nach dem Winter. Nistkästen sollten mit einer Ansitzstange versehen oder hoch positioniert sein, damit Katzen und Marder nicht zu einer Gefahr für die Vögel werden.

Wie sollte man Vögel am besten füttern?
Es wird zwischen Körnerfutter- und Weichfutterfressern unterschieden. Körnerfutterfressern, etwa Meisen, kann man Sonnenblumenkerne, gehackte Nüsse, z. B. Walnüsse oder Erdnüsse, Maiskörner und ölhaltige Saaten wie Hanf und Mohnsamen zu fressen geben. Weichfutterfresser wie z. B. Amseln freuen sich über Rosinen, Mehlwürmer, geschnittenes Obst wie Äpfel oder nur Apfelschalen, Haferflocken und getrocknete Beeren. Am besten wird das Futter in Futterspendern aufbewahrt, da es dort automatisch nachrutscht, wenn die Vögel genug gefressen haben. Wenn man das Futter in ein Futterhäuschen legt, muss man dieses oft genug reinigen, damit sich keine Bakterien ansammeln.
Wenn man Meisenknödel kauft, sollte man sie ohne Plastiknetze kaufen, da die Tiere sich in ihnen verfangen und sich verletzen können. Zudem sollte man beim Kauf von Vogelfutter auf ein Bio-Siegel achten oder es selbst herstellen.

Naturnahe Gärten
Bereits das ganze Jahr über können wir Tieren helfen, indem wir unsere Gärten so naturnah wie möglich halten. Dies kann man machen, indem man eine Vielfalt an Pflanzen hält und Bäume und Sträucher unbeschnitten lässt. Dadurch entstehen ein natürlicher Lebensraum und Rückzugsorte für viele verschiedene Tiere. Im Herbst sollte man Laubhaufen oder Äste und Zweige liegen lassen, sodass Igel in ihnen nisten können. Außerdem kann man ein Insektenhotel aufstellen, indem sich Wildbienen oder andere Krabbeltiere im Winter zurückziehen können.

Fazit
Vögel können sich im Winter nicht einfach eine dickere Jacke oder Mütze und Schal anziehen. Während einige Arten in wärmeren Gebieten im Süden überwintern, bleiben viele auch in Deutschland. Um sie in der kalten Jahreszeit zu unterstützen, kann man Nistkästen aufbauen, welche man zuvor auch selbst bauen kann. Außerdem kann man Futterstellen aufstellen, um die Tiere bei der Nahrungssuche zu unterstützen. Bereits das ganze Jahr über können wir Tieren helfen, indem wir unsere Gärten naturnah halten. So kann jeder von uns mit nur wenig Arbeit unsere natürlichen Nachbarn aus der Natur unterstützen und dadurch ihr Überleben und ihre Vielfalt sichern.

Quellen:

Informationen

  • Text: Linda Schöne
  • Foto: Linda Schöne
  • Datum: 11. Januar 2021
  • Kategorie: Ratgeber