Carnevalskonzerte begeistern Tausende Karnevalisten

Auf dem Miesen-Gelände in Bonn-Dottendorf traten seit Ende Januar die Topstars des Kölner Karnevals auf. Ein Höhepunkt war die Sitzung am Rosenmontagnachmittag.

Für Karnevalisten ist der Rosenmontag der Feiertag des Jahres. Normalerweise ziehen dann viele Jecken durch die Straßen, werfen Kamelle und treffen sich bei anschließenden After-Zoch-Partys zum Tagesausklang. Doch Corona verhinderte diese Traditionen in diesem Jahr. Im Pandeval läuft eben vieles anders. Das Team von „BonnLive“ sorgte dafür, dass zumindest ein bisschen Karneval stattfinden konnte. Es veranstaltete auf dem Miesen-Gelände in Dottendorf die fast drei Wochen währenden Carnevalskonzerte. Feiern im Auto zu Livemusik auf der Bühne. Das ist anders, macht aber trotzdem Spaß. Am Rosenmontagnachmittag fanden sich etwa 300 Autos mit mehr als 600 Gästen und verfolgten das klasse Bühnenprogramm. Klüngelköpp, Bläck Fööss, Kasalla, Höhner, Brings, dazu das Bonner Prinzenpaar Prinz Marco I. und Bonna Nadine I. sowie ein Feuerwerk am Ende der dreieinhalbstündigen Carnevalssitzung hatten die Macher für die Karnevalisten vorbereitet, die ihre Autos teils jeck mit Ballons, Luftschlangen oder kölschen Bannern herrichteten. Und wenn während der jecken Sause auf einmal die Autobatterie schlappmachte, war rasch ein Pannenhelfer zur Stelle.

Insgesamt sorgte „BonnLive“ für 36 karnevalistische Veranstaltungen – in Bonn und am Südstadion in Köln. Sowohl Konzerte einzelner Künstler als auch Sitzungen mit Kurzauftritten verschiedener Acts standen bei der Premiere im Programm. „Das war eine kurzfristige Sache. Wir hatten erst Mitte Januar das Okay, in Köln noch vor Bonn“, sagt Veranstalter Julian Reininger. „Wir sind stolz drauf, dass wir bis auf Querbeat alle großen Kölner Künstler verpflichten konnten. Querbeat aus dem Grund, da die Band keine Autokonzerte gibt“, ergänzt Veranstalter Sandro Heinemann. Die Resonanz sei prima. Die Auslastung lag bei um die 90 Prozent, viele Events seien ausverkauft gewesen. „Wir sind mit einem großen Risiko in die Reihe gegangen, weil wir diesmal nicht so viele Sponsoren hatten, doch es hat sich gelohnt“, so Reininger. Kurios: Da es häufig zwei Events pro Veranstaltungsfläche gab, wurden einige Bands, die an dem Tag an beiden Orten spielten, als Shuttle für Materialien genutzt. „Brings haben uns aus Köln etwa mal Kabel mitgebracht“, sagt Reininger lachend.

Im Sommer soll es weitere coronataugliche „BonnLive“-Events geben. Marken wie das Green-Juice-Festival und das Panama-Open-Air müssten, so die Vermutung der Veranstalter, noch ein weiteres Jahr pausieren.

Informationen

  • Text: Stefan Lienert
  • Foto: Stefan Lienert
  • Datum: 16. Februar 2021
  • Kategorie: Stadt Kultur