Nur ein Trend oder doch eine Auszeit vom Alltag?

Vor allem durch den Lockdown und Stress im Homeoffice, Home-Schooling oder Uni@Home wünschen sich momentan viele Leute nur eines: Endlich eine Auszeit zu haben und am besten irgendwo, ganz weit vom Alltag entfernt, Urlaub zu machen. Doch in gewisser Weise hat es jeder selbst in der Hand, wie er oder sie mit dem Schicksal umgeht. Im Grunde genommen zählt momentan ja nur eine Sache: Dass wir uns selbst etwas Gutes tun, aber nun mal mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen. Das ist nicht die Reise nach Mallorca und auch nicht der Duft von Sonnencreme am Strand, auch wenn das in ferner Zukunft bestimmt wieder anstehen wird. Was hingegen möglich ist, ist Zeit für sich zu nehmen und abzuschalten. Aber wie genau? Und wie freunde ich mich überhaupt mit diesem Trend an, zu meditieren oder ‚in den Flow‘ zu kommen?

Warum Achtsamkeit und Meditation unser Leben positiv beeinflussen
Wir sind gestresst, neben alltäglichen Aufgaben kommen gefühlt zehn neue Ereignisse pro Tag hinzu. Die Menschen, mit denen wir zusammenwohnen, werden gereizter und die Geduld für sich und andere sinkt. Doch wenn wir ehrlich sind hilft es, so klischeehaft es auch klingen mag, einmal durchzuatmen. Uns selbst Zeit zu geben und den Fokus nicht aus den Augen zu verlieren. Dies kann in jeder Situation hilfreich sein. Wie wäre es allerdings, wenn wir uns mindestens fünf bis zehn Minuten am Tag Zeit einplanen würden, in der wir uns um uns selbst kümmern? Unabhängig davon, wie der Tag nun verlaufen ist. Egal, ob uns positive oder negative Nachrichten erreicht haben. Egal, wie glücklich, traurig oder aufgeladen wir sind. Betrachten wir das Meditieren als selbstverständlich im Alltag, so wie Zähneputzen, werden über Wochen oder Monate hinweg viele Minuten geschaffen, in denen wir täglich zur Ruhe gekommen sind und unseren Fokus behalten oder neu gesetzt haben.

Entspannung – Aber wie?
Bislang klingt das Konzept ziemlich vage, aber so wie es mit allen anderen neuen Gewohnheiten im Leben ist, lautet auch hier der erste Schritt: Anfangen. Am besten abends, nach dem Essen oder in einem Moment, in dem wir sonst vielleicht zum Handy gegriffen oder uns die nächste Folge der Lieblingsserie auf Netflix angeschaut hätten. Mit bequemer Kleidung und einer ruhigen Atmosphäre kann es direkt losgehen:
Zunächst ist es erstmal wichtig, dass Ihr Euch hinzulegt oder hinzusetzt, um Euch voll und ganz auf die Atmung zu konzentrieren. Anschließend hilft es, jedes Ein- und Ausatmen zu zählen und das Bewusstsein auf den Körper zu lenken. Auch wenn das anfangs mal nicht so gut klappt, heißt das nicht, dass diese Übung nichts für Euch ist. Im Gegenteil – mit der Zeit wird es einfacher und befreiender. Es kann auch helfen, wenn Ihr Euch, ähnlich wie beim autogenen Training, einen Ort vorstellt und Euch einige Minuten darin ‚verliert‘. Sofern Ihr in der Lage seid, in der Ihr Euch ständig in Gedanken verirrt, wie es wohl ohne den Stress wäre oder wenn es dieses oder jenes Problem nicht gäbe, gibt es nun einen Raum, in dem diese Gedanken zwar wahrgenommen, aber von außen betrachtet werden – ähnlich wie vorbeifahrende Autos auf der Autobahn.

Es kann helfen, wenn Ihr Euch einen Tee macht oder Kerzen anzündet, wenn das eine beruhigende Wirkung erzielt. Für weitere Tipps gibt es online oder im Buchhandel zahlreiche Texte und Herangehensweisen, die die eigene Achtsamkeit fördern. Bei Verspannungen hilft es beispielweise, neben der richtigen Atmung auch Dehnübungen in die Routine einzubauen, die für den Rücken oder belastete Muskeln von Vorteil sind. Denkt aber vor allem daran, dass es beim Meditieren keineswegs darum geht, wer Entspannungsübungen am besten umsetzen kann. Auf diesem Weg üben wir nur Druck auf uns selbst aus: Es hilft vor allem, wenn wir uns Zeit lassen. Der Stress steckt subjektiv schon in anderen Themenbereichen des Lebens, umso mehr wäre es schade, wenn dieser auch noch die wertvolle Zeit mit sich selbst beeinflusst – die nun mal auch begrenzt ist.

Quellen:

Informationen

  • Text: Katharina Breßler
  • Foto: Katharina Breßler
  • Datum: 01. April 2021
  • Kategorie: Ratgeber