Was macht die kostbaren Exoten aus den Tropen so einzigartig?

Sie wachsen in den Tiefen der Urwälder unserer Welt. Zwischen dunkelgrünen Blättern und Sonnenstrahlen, die durch das Dickicht scheinen, reifen sie heran. Sie sind wahre Wunder der Natur. Wovon ich rede? Früchte! Und zwar exotische.

Köstliche Schätze unter den Lebensmitteln und echte Heilsbringer, wenn es um die Aufrechterhaltung unserer Gesundheit geht. Doch Weniges davon bewahrheitet sich zum Schluss, sofern man über das außergewöhnliche Obst spricht, das bei uns im Supermarkt landet. Der moderne Anbau von Früchten wie dem Granatapfel, der Drachen- und Passionsfrucht sieht anders aus. Er ist effizienter und ertragreicher als die traditionelle Art der Anpflanzung, dafür jedoch auch um Weites nicht so romantisch. Im Folgenden stelle ich besagte Exoten vor, ihre Schattenseiten, aber auch zahlreichen Geheimnisse sowie ihre Reichhaltigkeit an Potenzial, unser aller Lebensqualität zu verbessern.

Der Granatapfel
Im Orient zählt er zu den beliebtesten Zutaten der traditionellen Küche und ist nicht selten Bestandteil eines ausgewogenen Gerichts. Während der Granatapfel hierzulande eher als Geschmacksrichtung für Getränke und Süßigkeiten zu finden ist, wird von ihm im nahen Osten häufig als Topping Gebrauch gemacht. Auch für herzhafte Speisen eignet sich ein jenes besonders, um vollmundig-salzigen Hauptgerichten eine erfrischende Note zu geben. In tropischen Regionen ist der frisch gepresste Saft aus dem Granatapfel als Streetfood für Touristen wie Einheimische sehr beliebt. Und nicht umsonst wird er massenweise nach Deutschland importiert. Allerdings sind Liebhaber in Europa auf den Export aus Ländern wie der Türkei, Ägypten etc. angewiesen.

Leider hat sich das Image des Granatapfels in den letzten Monaten verschlechtert. Gerade für das Klima ist der Import aus anderen Kontinenten alles andere als wohltuend. Eine zu hohe Konzentration an Pestiziden wurden zudem in mehreren Proben der roten und manchmal auch gelben Frucht gefunden. Stiftung Warentest warnt.

Wer bei seinem Einkauf auf den Ursprung achtet und Früchte aus Spanien wählt, die im Vergleich einen eher kurzen Weg nach Deutschland haben, oder vor Ort eine der leckeren Früchte aus traditionellem Anbau ergattert, um möglichen Verunreinigungen vorzubeugen, kann ruhigen Gewissens seinem Körper und seiner Seele eine Freude bereiten.

Die Drachenfrucht
Wusstet Ihr, dass “Pitahaya” oder "Pitaya" der gängige Name für das Lebensmittel ist, dessen Spitzname Drachenfrucht lautet? Ebenso unbekannt war Euch wahrscheinlich, dass die Pflanze, an der ebendiese heranreift, wissenschaftlich gesehen ein Kakteengewächs ist. Und das war es noch nicht. Haltet Euch fest: Eine Drachenfrucht braucht ganze 20 Jahre, bis sie zum Verzehr geeignet ist. Was also ist das für ein magisches Gewächs, das zwar jeder kennt, aber uns scheinbar so fremd ist?

Eines, das seinen Preis hat, das ist ganz sicher. Unter fünf Euro bekommt Ihr selten eine Pitahaya in deutschen Supermärkten. Geschmacklich muss sie dafür bestimmt einiges zu bieten haben, würde man meinen. Doch das weiße Fruchtfleisch der bekanntesten Variante mit der rosa Schale reisst die meisten nicht sofort vom Hocker. Der subtile Eindruck einer Ähnlichkeit im Geschmack zur Kiwi in Mischung mit dem der Wassermelone gerät durch den hohen Wasseranteil in den Hintergrund. Die gelben und roten Varianten versprechen mehr. Sie bringen die gewünschte Geschmacksexplosion mit ihren süßen Aromen und der beerenartigen Säure. Haufenweise Vitamine sowie Eisen und sämtliche weitere Immunbooster machen den Verzehr zu einem Fest, nicht nur für die Zunge, sondern auch für die Gesundheit.

Die Pflanze kommt ursprünglich aus Mittelamerika. Da dieses Obst ebenfalls unter deutschen Bedingungen nicht reifen kann, wird es aus Ländern wie Israel, Kolumbien und Nicaragua importiert.
Das gleiche Problem wie beim Granatapfel kreuzt auf. Der lange Transportweg macht umweltbewussten Fans des Exoten den Genuss nicht gerade schmackhaft.

Die Passionsfrucht

Achtung, Verwechslungsgefahr! Die Maracuja und die Passionsfrucht werden häufig unter einen Nenner gesetzt, obwohl es zwischen ihnen einen deutlichen optischen Unterschied gibt. Die Schale der Maracuja ist gelb-grünlich. Die Passionsfrucht sieht anders aus. In der Form einer zwar ebenso runden, aber dunkel-lilafarbenen Kugel kann man sie im Supermarkt zu einem merklich kleineren Preis als den der Drachenfrucht oder des Granatapfels erwerben. Geschmacklich gleichen sich die beiden Kostbarkeiten der Passionsblume. Das köstliche Aroma ihres gelben Fruchtfleischs ist einer breiten Menge der deutschen Bevölkerung wohl bekannt, aufgrund der Tatsache, dass sie relativ leicht zugänglich ist. Der für die ballförmigen Früchte typische, saure Nektar, der sich im Inneren der Kugel befindet, ist vor allem als Cocktailzutat und zum Verfeinern eines lieblichen Nachtischs geeignet. Sie ist eine der populärsten Zutaten unter den exotischen Früchten.

Dabei stellt sich jetzt die Frage, wann eine Frucht eigentlich exotisch ist.

Ist die Banane ein Exot? Sie kann auch nicht in Deutschland angebaut werden und stammt aus subtropischem Anbau. Dabei ist sie hierzulande schon so verbreitet, dass sie manche täglich verzehren und so wohl kaum noch als exotisch bezeichnet werden kann. Was ist mit der Avocado? Hat sie den Status einer ausgefallenen, tropischen Frucht und den Ehrentitel "Exotisch" verdient? Und ist der Fakt, dass es sich bei der äußerst seltenen japanischen Weinbeere um eine Beere handelt, dafür ein Ausschlusskriterium?

Ich hoffe, dass wir bald exotische Früchte nicht danach definieren müssen wie schlecht sie für das Klima sind. Der Genuss dieser tollen Lebensmittel sollte für alle Freunde ausgefallener Rezepte und gesunder Lebensweisen ein nachhaltiges Vergnügen bleiben.


Quellen:

Informationen

  • Text: Felix Bender
  • Foto: Felix Bender
  • Datum: 08. April 2021
  • Kategorie: Kultur Ratgeber