Magnolia – von purpurrot bis blütenweiß

Magnolien gelten als eine der wertvollsten Ziergehölze im Frühlingsgarten. Sie sind pflegeleicht, zieren zahlreiche Gärten und verzaubern immer mehr Menschen. Für diejenigen unter Euch, die ein wenig mehr in Erfahrung bringen möchten über die wohl beliebtesten Frühjahrssträucher, für den haben wir im Folgenden einige wissenswerte Fakten zusammengetragen.

Ursprung und Verbreitung
Die Familie der Magnoliengewächse (Magnoliaceae) gilt als älteste Blütenpflanzen-Familie der Erde. Es gibt sie schon seit über 100 Millionen Jahren und aufgrund ihres botanisch einfachen Aufbaus gilt sie als Urzeitpflanze. Es wird vermutet, dass sich aus ihr alle heutigen Bedecktsamer (größte Klasse der Samenpflanzen) entwickelten.

Verbreitungsgebiete: Ostasien, Nord- und Mittelamerika

Archäologische Funde in Mitteleuropa beweisen, dass Magnolien vor der Eiszeit auch in unseren Umkreisen verbreitet waren. Sie starben allerdings mit dem Vordringen der Gletscher und den niedrigen Temperaturen aus. Vor ungefähr 300 Jahren fanden sie durch einen Händler wieder nach Europa.

Blütenzeitraum der Magnolie
Die meisten Magnolien blühen zwischen März und April. Es gibt allerdings auch Arten, die im Juli und August blühen. Magnolien blühen im Schnitt nur zwei Wochen lang.

Aussehen und verschiedene Arten

Weltweit gibt es rund 230 verschiedene Magnolienarten. 130 Arten wildwachsender Magnolien stehen auf der roten Liste und sind somit vom Aussterben bedroht. Grund hierfür ist vor allem die belastende landwirtschaftliche Nutzung ihrer Lebensräume.
Magnolien gibt es in den unterschiedlichsten Farben und Wuchsformen. Einige wachsen breit und mit kunstvollen Astformationen, andere Arten hingegen wachsen hoch und pyramidenförmig. Letztere eignen sich auch prima für den kleinen Garten oder für den Balkon.

Nordamerikanische Arten verfügen über ein starkes Wachstum, ostasiatische  hingegen sind oft kleiner und blühen vor oder mit dem Laubaustrieb. Diese Arten sind außerdem frosthärter und daher beliebter in europäischen Gärten.

Es gibt unzählige Hybride. Eine der ältesten ist die Tulpen-Magnolie (Magnolia x soulangeana, 1820 in Frankreich), welche aus der Yulan-Magnolie (Magnolia denudata) und der Purpur-Magnolie (Magnolia liliflora) gezüchtet wurde. Auch weiterhin werden verschiedene asiatische Arten mit amerikanischen Arten gekreuzt, unter anderem mit dem Ziel der Erschaffung gelber, frostbeständiger Magnolien.

Die beliebtesten Magnoliensorten

  • Tulpen-Magnolien (Magnolia x soulangeana): Am weitesten verbreitet, sommergrün (s. Quellen für Erklärung), eine der ältesten Züchtungen, Blüten weiß-rosa, frostempfindlich
  • Stern-Magnolie (Magnolia stellata): Geeignet für kleine Gärten (Höhe max. 2-3m), weiße, sternförmige Blüten
  • Sommer-Magnolie (Magnolia sieboldii): Weiße Blüten, Blütezeit Mai bis Juni
  • Purpur-Magnolie (Magnolia liliflora), „Susan“: Purpurrote Blüten von April bis Mai, gut geeignet für Kübelhaltung

Besonderheiten und was es zu beachten gilt
Magnolien sind pflegeleicht und wachsen ohne Schnitt, außerdem bieten sie jahrzehntelange Blütenfülle und einige Arten verfügen sogar über einen intensiven Duft.
Wer sich selber Magnolien anschaffen will oder noch mit dem Gedanken spielt, sollte noch einige weitere Punkte beachten: Standort, Bodenverhältnisse, Feuchtigkeit, und Platzbedarf.
Die Wahl des  richtigen Standorts ist wichtig und der Platzbedarf der Pflanze sollte unbedingt eingeplant werden. Vor allem dann, wenn man nur einen begrenzten Platz zur Verfügung hat. Wer seine Pflanze auf seinem Balkon stellen möchte, sollte sich keine Magnolie holen, die über 20 Meter hoch wächst. Im Garten wählen Sie am besten einen Logenplatz, wo sich Ihre Pflanze vollends entfalten kann. Auch bei kleinen Arten sollte beachtet werden, dass die Magnolie mit zunehmendem Alter nicht nur an Höhe, sondern auch an Breite gewinnt.

Die Bodenverhältnisse spielen ebenfalls eine große Rolle. Viele Arten bevorzugen einen leicht sauren Boden. Ein pH-Wert von etwa 5,5 bis 6,8 ist hierbei ideal. Da es sich bei den Magnolien um Flachwurzler handelt, ist es wichtig, dass der Boden konstant feucht ist und sich im Sommer nicht allzu sehr erwärmt. Magnolien sollten windgeschützt stehen, aber Hitzestau muss unbedingt vermieden werden. Pflanzen, die nicht genügend Licht bekommen, werden blühfaul und können verkümmern.
 
Weitere Tipps zur Pflege findet Ihr hier:


Quellen:

  • https://www.gartenjournal.net/magnolie-steckbrief
  • https://www.gartenjournal.net/magnolie-blueht-im-august
  • https://www.gartenjournal.net/magnolie-giftig
  • https://www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/magnolien
  • https://bambus.de/magnolien
  • https://www.pflanzen-koelle.de/wie-pflege-ich-meine-magnolien-richtig-pflanzen-a-z
  • https://www.mein-schoener-garten.de/gartenpraxis/ziergaerten/magnolienbaeume-fuer-kleine-gaerten-2406
  • https://www.gartenflora.de/gartenwissen/ziergarten/baeume-straeucher-hecken/magnolien/
  • https://www.hauenstein-rafz.ch/de/pflanzenwelt/pflanzenportrait/laubgehoelze/Magnolie-Magnolia.php
  • https://www.welt.de/lifestyle/article1791434/Eine-bluehende-Schoenheit-mit-vielen-Allueren.html
  • https://www1.wdr.de/verbraucher/freizeit/garten-abc-magnolie-sorten-100.html
  • https://www.annas-garten.de/immergruen-halb-immergruen-sommergruen-wintergruen-hae
  • https://www.hausgarten.net/pflanzen/gehoelze/magnolie-susan-pflanzen.html

Informationen

  • Text: Hazal Zimmermann
  • Foto: Hazal Zimmermann
  • Datum: 28. April 2021
  • Kategorie: Kultur