Lockerungen für Geimpfte, gerecht oder unfair?

Sowohl für Geimpfte als auch für vollständig Genesene soll es in naher Zukunft schon eine Menge Lockerungen geben. Mit dieser Überlegung sind aber nicht alle Bürger*innen einverstanden. Im Gegenteil, bei vielen sorgt sie sogar für Aufregung.

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Menschen jetzt schon wirklich lange und schränkt sie in vieler Hinsicht ein. Viele sehnen sich deshalb wieder nach Normalität. Deshalb kommt es unter anderem zu der Überlegung, Lockerungen für Geimpfte und vollständig Genesene zu erlassen. Das liegt daran, dass das Übertragungsrisiko des Virus bei Geimpften und/oder vollständig Genesen erheblich niedriger ist.

Die vollständige "Normalität" erhalten Geimpfte und Genesene aber dennoch nicht. Die Lockerungen sehen demnach nur Ausnahmen im Hinblick auf Ausgangsperren und Kontaktbeschränkungen vor. Von diesen wären Geimpften und Genesungen also sozusagen befreit. Zudem sollen für sie auch neue Ausnahmen bei den Quarantänevorschriften gelten. Damit ist gemeint, dass Geimpfte oder Genesene lediglich in Quarantäne müssten, wenn sie aus einem Virusvariantengebiet kommen, wie beispielswiese Brasilien oder Südafrika. Andere Regeln sollen aber wie gewohnt noch gelten. Darunter fallen beispielsweise die Maskenpflicht und die Abstandsregelung.

Bars, Restaurants und viele andere Geschäfte sollen aber weiterhin geschlossen bleiben. Ob diese nämlich wieder öffnen können, hängt zunächst noch von den regionalen Inzidenz-Werten ab. Dennoch können sich die Geimpften und Genesenen darüber freuen, dass wenigstens wieder etwas Normalität in ihr Leben zurück kehrt.

Genau das sorgt aber für Neid bei den Menschen, die noch nicht das Angebot erhalten haben, sich impfen zu lassen. Denn es ist nun mal Fakt, dass erst ein kleiner Teil der deutschen Bevölkerung die Möglichkeit hatte, geimpft zu werden. Aus diesem Grund fühlen sich genau diese Personen, die noch kein Angebot hatten, deutlich benachteiligt. Vor allem bei den jungen Leuten sorgt die Überlegung der Lockerungen für Unverständnis. Diese sind nämlich sowohl schulisch als auch privat extrem eingeschränkt. Dennoch wird aufgrund des Aspektes der Solidarität von ihnen verlangt, sich bestmöglich an die Corona-Vorschriften zu halten.

Nun ist es aber so, dass aufgrund der Risikounterschiede hauptsächlich ältere Menschen geimpft wurden und kaum jüngere. Wenn nun die älteren Menschen aber durch die Lockerungen wieder normal weiterleben dürfen, die jungen aber immer noch den gleichen Einschränkungen wie vorher ausgesetzt sind, fühlen sich eine Menge Menschen benachteiligt und unfair behandelt.

Quellen:

Informationen

  • Text: Julian Bachmann
  • Foto: Julian Bachmann
  • Datum: 20. Mai 2021
  • Kategorie: Soziales Politik Kommentar