Gefangen im Zustand der Angst

Herzrasen, Schweißausbrüche, zittrige Finger: Das sind typische Anzeichen von Nervosität. Vor einem Vorstellungsgespräch, einer Prüfung oder einem Date treten diese Symptome auf und treiben uns in den Wahnsinn. Vielleicht ward Ihr schon mal in eine Situation verwickelt, wo Ihr vor lauter Nervosität keinen Ton mehr herauskriegen konntet und Eure Stimme beim Sprechen angefangen hat zu beben. Sind wir mal ehrlich, wenn die Angst uns heimsucht, schnürt sie uns die Kehle zu. Wir können keinen klaren Gedanken mehr fassen.

Doch sollen wir uns einfach so von unseren Emotionen leiten lassen? Nein, es gibt Wege, unsere Furchtgefühle eindämmen. Diese werdet Ihr im Folgenden kennenlernen. Doch vorher müsst Ihr erst mal verstehen, wie Angstgefühle entstehen.

Wo haben Ängste ihren Ursprung? Saras Geschichte
Ängstlich begab sich Sara auf den Weg in die Fahrschule. Dort erwarteten sie ihr Fahrlehrer und der Prüfer vom TÜV! Zum zweiten Mal musste sie die praktische Fahrprüfung ablegen.
Die 19-Jährige konnte ihre Emotionen kaum im Zaum halten. Sie spürte den Schweißfilm, der sich auf ihrer Stirn breit machte. Der Kloß in ihrem Hals wurde in Bruchteilen von Sekunden immer größer und schnürte ihr die Kehle zu.

Sara konnte die negativen Gedanken nicht verdrängen. Ständig schwirrten diese Fragen in ihrem Kopf herum: Was passiert, wenn ich die Prüfung zum zweiten Mal nicht bestehe? Werde ich tatsächlich zum Gespött des Freundeskreises, weil ich mit 19 Jahren mein Führerschein noch nicht habe? Sie malte sich aus, wie ihre Feinde sie mit bedauernder Miene beäugten, wie plötzlich ein scheinheiliges Lächeln ihre Lippen umspielten.

Die Nervosität raubte Sara den Atem. Wie sollte sie sich denn konzentrieren, wenn die Gefühle der Angst Oberhand gewannen und ihre Leistungsfähigkeit lähmten?

Welche Schlüsse können wir aus Saras Geschichte ziehen?
Wir stellen uns die Frage, wo kommen Saras Ängste eigentlich her? Hat die Furcht ihren Ursprung etwa in negativen Erfahrungen? Ist die Nervosität auf den ersten gescheiterten Prüfungsversuch zurückzuführen?

Wir müssen hier den kausalen Zusammenhang erkennen: Sara hat beim ersten Mal nicht bestanden, sie denkt ständig über den Prüfungstag nach. Diese Gedanken und Eindrücke prägen ihre Gefühle und sind Auslöser für diese unbändige Angst, die sie nicht zügeln kann.

Es stellt sich nun die Frage: Wie können wir unser Ängste überwinden?

Schritt Nr. 1. : Wir müssen unsere Ängste akzeptieren!

Ein häufiger Fehler, den Menschen begehen, ist, dass sie krampfhaft versuchen, ihre Ängste zu bekämpfen. Tatsache ist aber, negative Emotionen gewinnen erst dann Oberhand, wenn wir krampfhaft versuchen, sie loszuwerden. Welche Handlungsalternative bietet sich denn an? Was sollten Menschen tun, wenn die Angstgefühle ihren Höhepunkt erreichen, die Gedanken und Konzentration blockieren?

Der erste Schritt, um die Angst zu überwinden, ist es, sie zuzulassen. Wir müssen sie akzeptieren.

Schritt Nr. 2. Wir müssen uns unseren Ängsten stellen!
Vielleicht seid Ihr im Laufe Eures Lebens einem Menschen begegnet, der angstauslösende Situationen meidet. Vor einem Vorstellungsgespräch bekommt er kalte Füße und zieht es vor, sich in seinem Schneckenhaus zu verkriechen. Ist es nicht offensichtlich? Dieser Mensch hat Angst. Allein der Gedanke an eine beängstigenden Situation löst schon Schweißausbrüche in ihm aus.

Doch warum schafft diese Person es denn nicht, ihre negativen Emotionen überwinden? Nun, es liegt daran, dass sie sich ihren Ängsten nicht stellt und dadurch werden sie immer größer und größer.

Jetzt wissen wir, beängstigende Situationen dürfen auf keinen Fall gemieden werden, ganz im Gegenteil, wir müssen sie aufsuchen. Nur so schaffen wir es, unsere Ängste endgültig zu besiegen.

Quellen:

Informationen

  • Text: Miriam El Agha
  • Foto: Miriam El Agha
  • Datum: 29. Mai 2021
  • Kategorie: Soziales Ratgeber