Die Hundemafia und ihre Vorgehensweise

Wir Deutschen lieben Hunde – das zeigt eine Auswertung von Statista von diesem Jahr. Mit beinahe 10,4 Millionen Besitzern war der Hund im Jahr 2019 mit Abstand das beliebteste Haustier. Doch gerade am Anfang kosten Hunde viel Geld: Schon alleine der Kaufpreis eines Welpen liegt normalerweise zwischen 1000 und 2000 Euro. Kein Wunder also, dass es Menschen gibt, die Geld sparen – und nach Alternativen zu Züchtern oder dem Tierheim, wo die Hunde eher älter sind, suchen wollen. Am einfachsten geht es über das Internet. Und da landet man schneller als gedacht bei den falschen Anbietern, die den Käufer betrügen und keine Rücksicht auf das Wohl des Tieres nehmen.

Wie ist der Zustand der Tiere?
Der illegale Welpenhandel ist populärer als wir denken. Tagtäglich wird Geld an hunderten Welpen verdient, die unter acht Wochen alt sind und an ahnungslose Interessenten verkauft werden. Dies ist laut Tierschutzgesetz aus bestimmten Gründen untersagt, denn bei einer frühzeitigen Trennung vom Muttertier können sowohl psychische Schäden, wie beispielsweise Verhaltensstörungen, als auch gesundheitliche Probleme bei den Jungtieren verursacht werden.

Abgesehen davon werden die Hunde in regelrechten Zuchtfabriken zur Welt gebracht, möglichst früh nach Deutschland geschmuggelt und sind aufgrund der mangelnden Hygiene in Zwingern oder Käfigen letztendlich schon dem Tod geweiht. Und bevor die Welpen äußerlich einen kranken Eindruck machen, wollen die Betrüger sie noch schnellstmöglich verkaufen, um an ihnen zu verdienen.

Wie gehen die Betrüger vor und woran sind sie zu erkennen?
Im Internet kann man viel vertuschen. Deswegen tümmeln sich illegale Welpenhändler vor allem auf Seiten wie Ebay Kleinanzeigen und ähnlichen Seiten. Das Titelbild der Anzeige lenkt oftmals von den Bedenken der Interessenten ab und begünstigt, dass an die grausamen Umstände, die hinter diesem Bild stecken könnten, gar nicht gedacht wird. Die Betrüger versuchen also, auf dem Bild möglichst wenig von dem Aufenthaltsort der Welpen preiszugeben. Demnach sind die Welpen auf verdächtigen Fotos oftmals nur vor einer Wand fotografiert, sodass möglichst wenig von der Wohnung oder dem Ort zu sehen ist. Bilder der Welpen in der Natur, beim Spielen oder mit ihrer Mutter zusammen wären ein gutes Zeichen. Solche Bilder findet man aber generell nicht in einer betrügerischen Anzeige.

In den Beschreibungen kommen häufig Rechtschreibfehler vor oder es werden Bilder angezeigt, welche nicht mit dem Titel oder der Beschreibung übereinstimmen. Die Texte können in anderen Fällen auch frei von Fehlern sein und alles mag zusammenpassen, dennoch wird in den Texten gelogen, angefangen bei wichtigen Papieren. Bei Hunden aus dem Ausland sollte auf jeden Fall ein EU-Heimtierausweis vorliegen, der einen Stempel und die Unterschrift eines Tierarztes zu den Daten des Hundes vorweisen kann.
Achtet darauf, dass Ihr die Hunde besuchen dürft und die Übergabe bei dem Züchter Zuhause stattfindet. Auffällige Anbieter lassen die Welpen vorher nicht besichtigen, zeigen die Eltern nicht und lassen die Übergabe an einem wenig besuchten öffentlichen Ort stattfinden.

Wenn man auffällige Anzeigen zudem über einen längeren Zeitraum beobachtet, kann man eventuell feststellen, dass der ursprüngliche Preis nach und nach abgesenkt wird. Bei wenig oder keinem Erfolg mit dem Welpenverkauf wollen die Betrüger mögliche Interessenten mit günstigen Preisen anlocken und die Tiere vor einem bemerkbaren Schwächeln verkaufen. Oftmals ist es aber auch zu diesem Zeitpunkt schon zu spät und der Welpe würde nicht lange überleben. Somit kommen wir zum nächsten Punkt:

Was könnt Ihr tun?
Kauft einen Hundewelpen oder ein anderes Tier keinesfalls (!) aus Mitleid! Das hilft weder Euch noch dem Tier, da Ihr Euer Geld an Menschen verlieren würdet, denen Tiere nichts wert sind und Ihr direkt im Anschluss Unsummen an Geld beim Tierarzt für eine anständige Versorgung des Tieres zahlen müsstet. Und selbst dann schaffen es die wenigsten, wieder gesund zu werden.
Unterstützt den illegalen Welpenhandel also nicht, indem Ihr noch für das Tier zahlt. Informiert in so einem Fall frühzeitig die Behörden, damit diese eingreifen und das Tier an sich nehmen können.

Quellen:

Informationen

  • Text: Nina La Londe
  • Foto: Nina La Londe
  • Datum: 17. Juni 2021
  • Kategorie: Soziales Kommentar