Der unbekannte Teil des Internets

Unser „offenes“ Internet, auch Clear Web genannt, macht nur knappe 5 % des gesamten Internets aus. Das Internet, so wie wir es kennen, ist gerade mal die Eisbergspitze. Die anderen 95 % sind das Dark Web und Deep Web. Mehr zu diesem spannenden Thema erfahrt Ihr hier.

Ist es illegal ins Darknet zu gehen?
Kurz und bündig – Nein, ist es nicht! Grundsätzlich ist das Surfen im Darknet nicht verboten, sondern legal. Es kommt aber natürlich darauf an, was Ihr dort genau treibt bzw. auf welchen Seiten Ihr Euch aufhaltet.
Per se sind das Besuchen legaler Seiten und der Erwerb oder Verkauf legaler Waren erlaubt. Aber illegale Seiten und Ware sind – wer hätte das gedacht – verboten.
Weil es aber im Darknet keine Zensur gibt, wie im „normalen“ Internet, ist alles mehr oder minder frei zugänglich. Der Drang „gefährliche“ Seiten zu besuchen ist dementsprechend viel größer, weil den Nutzern keine Grenzen gesetzt werden.
Daher ist es auch so riskant das Darknet zu benutzten, denn auch, wenn Ihr nur aus Versehen eine illegale Seite besucht, macht Ihr Euch dennoch automatisch strafbar. Wenn Ihr Euch nicht auskennt, könnt Ihr auch leicht Opfer eines Hackerangriffs werden, womit Eure persönlichen Daten ratzfatz jemand anderem gehören.

Ist es illegal, wenn man etwas Legales im Darknet kauft?
Wie oben schon erwähnt, ist es eigentlich nicht illegal legale Ware zu kaufen, aber auch hier gibt es wieder gewisse Bedingungen und Ausnahmen.
Es ist z. B. sehr wohl strafbar, wenn man legale Ware kauft, die ursprünglich aber aus einer Straftat stammt. Hierbei spricht man von „Hehlerei“, damit unterstützt Ihr quasi den Verkäufer bei seiner Straftat (Diebstahl/Fälschung/Steuerhinterziehung). Also gilt äußerste Vorsicht, sonst könnt Ihr ganz schnell zum Mittäter werden.

Warum wird das Darknet nicht einfach abgeschaltet?

Das ist nach wie vor eine sehr hitzige Debatte, weil man sich in vielen Dingen uneinig ist. Die Meinungen im Internet darüber sind breitgefächert.
Manche sind dafür, andere dagegen. Diejenigen, die dagegen sind, fürchten, dass die Abschaltung des Darknets undemokratisch sein könnte und das Recht auf freie Entscheidung einschränkt.
Außerdem ist das Darknet für Menschen in Ländern mit rigider Internetzensur wie z.B. in China, in der Türkei oder im Iran viel mehr eine Rettung und Erleichterung, da sie nur so den manipulierten Informationen der Regierung entkommen können.

Wie funktioniert die Verbrechensbekämpfung?
Schwierig bis beinah unmöglich – durch zahlreiche Verschlüsselungen und Anonymisierungen ist es ziemlich schwer, Aktivitäten nachzuverfolgen.
Gut versteckte und aufwendig verschlüsselte Webseiten machen den Strafverfolgungsbehörden zu schaffen.
Es ist nämlich so, dass sogenannte Proxys das eigentliche Ursprungssignal, also Deine IP-Adresse, verschleiern und so die Rückverfolgung ziemlich umständlich wird.

Viele illegale Webseiten (wie z. B. Kinderporno-Seiten) verlangen zu Anfang von Mitgliedern als eine Art „Keuschheitsprobe“ die Veröffentlichung solcher Bilder, um zu beweisen, dass man zur Gruppe gehört und um vor Eindringlingen und Maulwürfen zu schützen.
Aus genau diesem Grund ist es auch so knifflig, die Schuldigen auf frischer Tat zu ertappen. Es ist verdeckten Ermittlern strengstens untersagt Straftaten zu begehen, auch wenn das hieße, dass Kriminelle gefasst würden.

Quellen:

Informationen

  • Text: Nour Oueslati
  • Foto: Nour Oueslati
  • Datum: 20. Juni 2021
  • Kategorie: Bildung Ratgeber