Wie wir das Klima schützen können

Die Hochwasser-Ereignisse im vergangenen Monat haben es deutlich gezeigt – der Klimawandel ist echt und kennt keine Gnade. Auch wenn wir aus dem Westen kaum in Kontakt mit den Konsequenzen unseres Handelns kommen und andere Unschuldige unsere Fehler ausbaden müssen, so hat die Natur dennoch eine Rechnung mit uns offen.

Wir sind Passagiere auf einem Schiff und bewegen uns fortlaufend in Richtung Eisberg, ohne Ausweg. Doch die Titanic-Metapher ist eine Widersprüchlichkeit in sich selbst, wenn man es wortwörtlich nimmt. Denn bei dem jetzigem Stand der Politik ist es nicht abwegig, dass unsere Nachkommen nach Bildern im Internet suchen müssen, wenn sie in naher Zukunft verstehen wollen, was ein Eisberg überhaupt ist.
Die Zeit ist gekommen, um endlich aufzuwachen und an die Natur und unsere Mitmenschen zu denken. Denn Fakt ist, dass wir alle nur zu Gast auf diesem Planeten sind und ihn irgendwann wieder verlassen müssen. Und um diesen Planeten bewohnbar zu hinterlassen, müssen wir mehr auf unsere eigene Lebensweise und unser Handeln achten. Was also kann getan werden?

Das Ziel der Klimaneutralität
Ein wichtiges Stichwort dazu ist die Klimaneutralität. Diese kann erreicht werden, wenn ein Gleichgewicht zwischen unseren Kohlenstoffemissionen und der Aufnahme von Kohlenstoff aus der Atmosphäre hergestellt wird, man somit also idealerweise an einen Nullpunkt käme. Da dieser Gedanke für unsere schnelllebige Zeit jedoch zu utopisch wäre, hat man als Grenze der globalen Erwärmung die 1,5 Grad Celsius festgelegt, die bis 2050 erreicht werden sollen. Laut dem Weltklimarat wird dieser Wert als sicher eingestuft.
Seit Beginn der Industrialisierung ist die Erderwärmung um einen Grad Celsius angestiegen. Wenn weiterhin so viel Kohle, Öl und Gas verbrannt werden wie bisher, ist damit zu rechnen, dass die globale Erderwärmung auf etwa vier Grad Celsius bis zum Ende diesen Jahrhunderts ansteigt. Erschreckend, wenn Klimatologen schon ab zwei Grad Celsius mit Sicherheit sagen können, dass wir es ab diesem Punkt mit den gefährlichsten Auswirkungen des Klimawandels zu tun hätten.

Einer Studie der Organisationen "Stiftung Klimaneutralität", "Agora Energiewende" und "Agora Verkehrswende" zufolge könnte das Ziel der Klimaneutralität sogar schon fünf Jahre vorher, also 2045 erreicht werden. Die Voraussetzung dafür wäre aber eine drastische Beschleunigung des Klimaschutzes. Anstelle des geplanten Kohleausstiegs im Jahre 2038 müsste Deutschland diesen acht Jahre vorher tätigen.

Klimafreundlicher unterwegs als Privatperson
Um seinen eigenen CO2-Fußabdruck zu reduzieren, richten wir unseren Blick nun auf drei Themenfelder: Mobilität, Wohnen und Ernährung.
Beim Thema Mobilität ist vor allem die Frage, ob man ein Auto besitzt und was für einen Kraftstoffverbrauch es hat. Im Vergleich zu einer Person, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad fährt, macht dies im Grunde schon einen enormen Unterschied. Die Anzahl der Fernreisen, vor allem mit dem Flugzeug, wirken sich ebenfalls sehr auf das Ergebnis aus.
Wenn es auf das Wohnen ankommt, spielen die Größe der Wohnung, die Art der Heizung und der Strombezug eine Rolle. Der Strom vom unabhängigen Öko-Anbieter kann einem durchschnittlichen Drei- bis Vier-Personen-Haushalt im Jahr circa 1,9 Tonnen CO2 einsparen.
Die Ernährung spielt auch eine wichtige Rolle: Bist Du weder Veganer noch Vegetarier, gehen allein zwischen elf und 30 Kilo Treibhausgasemissionen für ein Kilo Rindfleisch auf Dein Konto. Und Kuhmilch verbraucht ein ganzes Kilo CO2 mehr in der Produktion als Hafermilch als Alternative. Kaufst Du regionale- und Bioprodukte aus dem Supermarkt, unterstützt du energiesparende Landwirtschaften und vermeidest unnötige Transportemissionen.

Falls Ihr wissen wollt, wie eure CO2-Bilanz im Schnellcheck aussieht, scrollt gerne zu Quellenangaben unten auf der Seite und wählt den letzten Link aus. Euer persönliches Ergebnis wird mit dem deutschen Durchschnitt von 11,17 Tonnen im Jahr verglichen.

Quellen:

Informationen

  • Text: Nina La Londe
  • Foto: Nina La Londe
  • Datum: 16. August 2021
  • Kategorie: Soziales Bildung Politik