Sonnenuntergänge in Bonn und Umgebung: Wo man sie am besten sehen kann

Es ist wieder soweit! Die Natur erwacht aus ihrem Winterschlaf und der Frühling erobert das Land. Zeitweise warme 20 Grad locken Spaziergänger und Wanderbegeisterte nach draußen, um sich schon einmal für den Sommer einzustimmen. Dazu gehört auch den Abend nicht immer in den eigenen vier Wänden zu verbringen, sondern den Tag im Freien ausklingen zu lassen. Der Blick auf die untergehende Sonne ist dahingehend ein ganz besonderes Erlebnis. Doch wieso sind Sonnenuntergänge so packend und wo kann man diese hier in der Region am besten beobachten?

Das aufkommende Abendrot als Symbol des Übergangs von der Tagzeit hin zur Nachtzeit oder als eine kurze, schillernde Vereinigung des Lichtes mit der Dunkelheit lässt sich als ein ästhetisches Schauspiel erleben. Dabei erscheint der Himmel nicht nur in rötlichen Farben. Je nach Wetterlage können sogar gelbe, violette oder grüne Farbtöne auftreten. Besonders in der dichterischen Romantik lässt sich die Sehnsucht nach dem sinnlichen Erleben des Sonnenuntergangs feststellen. In den Gedichten „Abendröte“ von Friedrich Schlegel und „Abend“ von Joseph von Eichendorff wirkt der gepriesene Sonnenuntergang voller Harmonie und Sinn, sodass der träumerische Dichter durch den Anblick künstlerisch schaffen könne. So ist sicher: Die kurze Zeitspanne des Davonscheidens der Sonne und der Dämmerung, die dann sich zur Nacht wandelt, berührt unsere Wahrnehmung und strahlt etwas Angenehmes, Ruhiges aus. Das ist wohl das Faszinierende an diesem himmlischen Naturphänomen.

Der richtige Ort zum Beobachten ist jedoch ganz ausschlaggebend. Wo lassen sich eigentlich in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis die Sonnenuntergänge am besten anschauen? Hier sind einige Tipps und Orte aufgeführt.

Da ist natürlich das Siebengebirge zu nennen. Besonders auf dem Ölberg, dem Petersberg und dem Drachenfels können Sonnenuntergänge genossen werden, da die Sicht frei und ungetrübt auf die Sonne am Horizont möglich ist. So kann man auf den Höhen mit ansehen, wie ganz Bonn und Königswinter in nächtlichen Farben versinken.

Für die Beobachtung von Sonnenuntergängen ist es generell sinnvoll, sich auf Anhöhen zu begeben. Bei den Klippen in Oberkassel gibt es einen „Skywalk“, um das Gehen über die Klippen zu ermöglichen. Von dort aus bietet sich ein vollumfänglicher Blick über Bonn. Der meist rote Abendschimmer legt sich über das Rheintal und lässt sich mit dem Auge gut einfangen.

Der Siegburger Michaelsberg ist dahingehend ähnlich. Bei dem alten Kloster reicht der Blick bis nach Bonn und es finden sich dortig einige ruhige Plätze, um die Sonne zu beobachten. Ein besonderes Sonnenuntergangserlebnis kann man aber auch am Rheinufer in Oberkassel oder am Auensee in der Rheinaue erfahren. Die Sonne geht hinter dem Posttower unter. Der rote Schimmer breitet sich großflächig aus und verwandelt die Rheinwiesen in harmonische Plätze, die vom letzten Licht des Tages erfüllt werden.
In der Nähe von Bornheim gibt es den ruhigen Aussichtspunkt „Rheintalblick“. Der Wandel zur Nacht ist einzigartig, da die Sonne hinter Köln unter geht und die Lichter im Kölner Rheintal allmählich erscheinen. Die Beobachtung des Übergangs kann also hier außergewöhnlich verfolgt werden.

In Bonn gibt es also einige Möglichkeiten der Sehnsucht nach dem Sonnenuntergang nachzugehen. Für berauschende Sommertage sind abendliche Ausflüge zu den genannten Orten sicherlich erstrebenswert. Die Abendharmonie des Sommers kann also kommen!

Quellen:

  • Friedrich Schlegel: „Abendröte“; Grus, Michael (Hrsg.): Caspar David Friedrich trifft Dichter der Romantik. Ditzingen 2020, S. 97.
  • Joseph von Eichendorff: „Abend“; Ebd., S. 100.

Informationen

  • Text: Simon Kenfenheuer
  • Foto: Simon Kenfenheuer
  • Datum: 21. April 2022
  • Kategorie: Stadt