Die Sucht nach Dopamin: Wie YouTube und Instagram unser Leben beeinflussen

Zwischen gefühlt ewig andauernden Lernphasen sind kurze Entspannungsphasen notwendig, um produktiv zu bleiben. Viele greifen dabei auf die Social Media Apps Instagram und YouTube zurück, damit man sich kurz unterhalten und von dem Stress erholen kann. Doch kennt ihr das auch, wenn man anstatt nur Minuten viele Stunden auf diesen Apps verbringt, ohne zu merken, wie schnell die Zeit vergeht? Das liegt an unserem Verlangen nach Dopamin.

Dopamin ist das Hormon, das Lust, Motivation und Sucht in unserem Gehirn auslöst. Instagram und YouTube beruhen auf dem Prinzip, genau dieses Hormon freizusetzen, sodass es uns meistens äußerst schwerfällt unsere Aufmerksamkeit auf diese Apps zu reduzieren. So merkt man oft gar nicht, dass man sich in einer Sucht verfangen hat, die durch die intelligenten Algorithmen von Instagram und YouTube intensiviert wird. Oft fragt man sich am Ende eines Tages mit einer hohen Anzahl an verbrachten Stunden auf Social Media, wie es dazu kommen konnte. Das ist jedoch ganz normal.

 

Instagram beispielsweise funktioniert genauso wie die Dating App Tinder, über das Belohnungssystem. Wir posten ein Bild und bekommen automatisch von unseren Followern Rückmeldung und Anerkennung durch Likes, Kommentare etc. Dieser Prozess löst ein Gefühl der Erhabenheit in uns aus, sodass wir befriedigt und glücklich reagieren. Dopamin wurde ausgeschüttet. Wir fühlen uns belohnt und streben nach der Wiederholung dieses Gefühls. So entwickelt sich eine Abhängigkeit oder ein Teufelskreis: Wir posten Bilder und reagieren auf andere Bilder von anderen Nutzern, damit diese unser eigenes Bild mit Reaktionen „belohnen“.

 

Anders funktioniert der Videoalgorithmus bei YouTube und auch bei den Reels auf Instagram. Die Plattformen werden täglich mit neuen Videos überschwemmt. Wenn wir uns Videos anschauen, die zu unserem Interessensfeld gehören, merkt sich YouTube diese Sehgewohnheiten. Automatisch zeigt uns dann die App mehr Videos an, die sich an unsere Selektion von vorherigen Videos anpassen. Unser Interesse wird also gezielt angesprochen. Da uns dadurch mehr Videos angezeigt werden, die uns gefallen, schauen wir gebannt immer weiter. YouTube hat dahingehend den Vorteil, dass die Videoauswahl sich nie erschöpft. Es gibt also unendlich viele Anknüpfungspunkte für unser Interessensbewusstsein. Auch hier wird Dopamin ausgeschüttet. Bei dem Anschauen von Videos, die uns unterhalten oder uns in beliebiger Form Spaß machen, steigert sich unser Lustempfinden. Eine Sucht entsteht.

 

Bei den Kurzvideos auf Instagram funktioniert es ähnlich. Da die Videos jedoch kürzer sind, wird unsere Aufmerksamkeit nicht erschöpft. Wir langweilen uns seltener und schauen uns deshalb mehr und mehr die Reels an, die uns interessieren. Somit geht unbemerkt viel Zeit verloren.

 

YouTube und Instagram machen uns also intelligent und gezielt süchtig. Die Social Media Abhängigkeit wächst, während die Plattformen steigenden Gewinn erzielen. Deswegen kann es vorteilhaft sein, reflektiert die Dopaminausschüttung zu kontrollieren und die verbrachte Zeit auf YouTube und Instagram kritisch zu hinterfragen.

 

 www.youtube.com/watch?v=F2x11oEXJL4&t=46s

 

Informationen

  • Text: Simon Kenfenheuer
  • Foto: Simon Kenfenheuer
  • Datum: 05. Oktober 2022
  • Kategorie: Kultur Wirtschaft